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Angst vor Lärm und Rotorschatten

Flintbek Angst vor Lärm und Rotorschatten

Ein Sturm von Fragen brach bei der Vorstellung der neuesten Planung für zwei Windkraftanlagen bei Christiansruh auf der Einwohnerversammlung los.

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Wohnen zwischen Rotorblättern: In Flintbek ist die Furcht vor Lärm und Schattenwurf der großen Rotoren von Windkraftanlagen wie hier in Hohenlieth groß.

Quelle: Beate König

Flintbek. Die Kleinflintbeker als direkte Anlieger fürchten Rotorschatten und Lärm. Planer Andreas Nagel stellte die Entwürfe, die durch den Neueinstieg der Landesplanung in die Entwicklung von Regionalplänen für den Bau von Windkraftanlagen möglich werden, vor rund 80 Gästen vor.

Seit 2010 sind Windräder auf einer 44 Hektar großen Fläche zwischen Kiel-Meimersdorf und Flintbek Thema. Die Höhe und die Anzahl der Anlagen für die Windenergie-Eignungsfläche veränderte sich mehrfach. Nach aktuellem Stand sollen auf der rund zehn Hektar großen Fläche nordöstlich von Kleinflintbek zwei 200 Meter hohe Windräder errichtet werden, 800 Meter entfernt von den nächsten Häusern. „Das ist der neueste Stand der Technik“, sagte Nagel. Bis zu 15 Kilometer weit können die Riesen-Mühlen in der Landschaft erkannt werden. Er erläuterte: Zum Schutz der Anwohner gibt es rechtlich fest verankerte Maximal-Dezibelwerte für Windräder. Werden sie überschritten, müssen die Anlagen in Phasen abgeschaltet werden. Auch Schattenwurf durch drehende Rotoren müssen Nachbarn nur innerhalb gesetzlicher Grenzwerte ertragen. „Überschreiten führt zum Abschalten.“ Gleiches gelte für Eiswurf durch Rotoren im Winter. „Das ist für Investoren ein hohes Risiko.“ Infraschall, so Nagel, sei auf 800 Meter Distanz nicht mehr messbar.

Dennoch blieb bei den Anwohnern so viel Wut auf die Pläne für Windkraft vor ihrer Haustür und auf Nagel als Überbringer der Botschaft, dass Bauamtsleiter Stefan Bettin zur Fairness gegenüber dem Planer der Gemeinde mahnte.

Bürgermeister Olaf Plambeck beruhigte: Auch bei weiteren Planungssschritten werden die Bedenken der Anwohner auf öffentlichen Sitzungen gehört.

Anwohner Jürgen Herdels (53) Vorschlag, sich nicht auf „niedliche Visualisierungen“ zu verlassen, wurde von Verwaltung und Politik aufgenommen: „Fahren Sie mal nach Holtsee. Da steht ein 200 Meter großes Windrad. Ein Monsterding.“ Er setzte in Relation: Der Rotordurchmesser von 130 Metern entspreche 1,5 Fußballfeldern, die Höhe knapp der des Kieler Fernsehturms. „Bloß bewegt der sich nicht.“

Der Flintbeker Michael Hiob (53) mahnte, die artenschutzrechtlichen Vorgaben des Naturschutzbundes für Rotmilan und Fledermäuse ernst zu nehmen. Ein Anwohner sagte voraus: Würde es ein Windpark werden, bei dem Bürger an den Gewinnen durch eine Genossenschaft beteiligt würden, wäre das Klimpern der Münzen im Portemonnaie lauter als das Rotorgeräusch.

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