17 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Erdogan verteidigt: CDU-Ratsherr empört seine Partei

Neumünsteraner Refik Mor Erdogan verteidigt: CDU-Ratsherr empört seine Partei

Vehement hat sich Neumünsters CDU von den Äußerungen ihres türkischstämmigen Ratsherrn Refik Mor distanziert, der das Vorgehen von Präsident Recep Tayyip Erdogan verteidigt und den Geheimdienst CIA, die Nato und die EU für den Putschversuch verantwortlich macht.

Voriger Artikel
120 Seiten Geschichte der THW-Jugend
Nächster Artikel
Gänseliesel ist jetzt „gedreht“

Gibt Deutschland eine Mitschuld und sieht den CIA hinter dem Putschversuch: CDU-Ratsherr Refik Mor.

Quelle: hfr

Neumünster. Diese Äußerungen gegenüber dem „Holsteinischen Courier“ bestätigte Mor am Montag auf Anfrage. „An dem Tag sind 230 Menschen getötet und 2000 verletzt worden. Daran ist Deutschland mit schuld, denn es verniedlicht die Putschisten“, sagte Mor. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte er zur Nichteinmischung in die Angelegenheiten der Türkei geraten. Erdogan sei „gut gewesen, so lange er für die westlichen Imperialmächte Ja gesagt“ habe, so Mor. „Seit er das nicht mehr tut, ist er dem Westen ein Dorn im Auge.“

 Die CDU reagierte prompt: „Die Meinung von Refik Mor spiegelt in keiner Weise die der CDU Neumünster wider“, erklärte der Kreisvorsitzende Wolf Rüdiger Fehrs. Jeder habe das Recht, die innenpolitische Situation in der Türkei selbst zu bewerten; Bundeskanzlerin Angela Merkel habe den Putschversuch scharf verurteilt.

 „Wenn Herr Mor von westlichen Imperialmächten spricht, lege ich ihm eine europapolitische Fortbildung ans Herz“, sagte Fehrs. Verschwörungstheorien hätten in der CDU keinen Platz. Der CDU-Kreisvorstand will die Äußerungen von Mor auf seiner Sitzung am 15. August thematisieren. „Wer ignoriert, dass in der Türkei die Demokratie mit Füßen getreten wird, und die Diskussion über die Todesstrafe toleriert, hat keinen Platz in der CDU Neumünster“, sagte Ratsfrau Sabine Krebs, die ihre Partei am Runden Tisch für Toleranz und Demokratie vertritt.

 Von der Todesstrafe distanzierte sich wiederum Refik Mor gegenüber unserer Zeitung. „Ich bin absolut dagegen, eine rückwirkende Anwendung geht schon gar nicht. Man muss politisch überzeugen, durch Angst erreicht man nichts“, argumentierte Mor. Allerdings sei er auch „zornig“ über die „nicht immer korrekte“ Darstellung der Ereignisse in der Türkei in deutschen Medien.

 Neumünsters FDP erwartet von Mor eine Rücknahme, zumindest aber Relativierung seiner Äußerungen. „Allein die deutsche Staatsbürgerschaft schützt Herrn Mor davor, für solche dummerhaftigen Behauptungen, anders als in der Türkei, nicht in Gewahrsam genommen zu werden“, kommentierte Fraktionschef Reinhard Ruge.sn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3