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Ex-Mieter soll aus Rache Feuer gelegt haben

Prozess Ex-Mieter soll aus Rache Feuer gelegt haben

Hat ein Ex-Bewohner des Mehrfamilienhauses in Neumünster-Tungendorf Feuer auf dem Dachboden gelegt, um sich am Vermieter für eine nicht zurückgezahlte 500-Euro-Kaution zu rächen? Seit Dienstag muss sich der 30-Jährige vor dem Amtsgericht verantworten.

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Rund zwei Stunden löschte die Feuerwehr im März 2013: Die Flammen waren auf einer Breite von 15 Metern durch die Dachhaut gebrochen.

Quelle: Joachim Krüger (Archiv)

Neumünster. Am späten Abend des 16. März 2013 schlugen Flammen aus dem Dach des Mehrfamilienhauses in der Rosenstraße, in dem nur zwei von insgesamt acht Wohnungen vermietet waren. Drei Bewohner konnten das Erdgeschoss unverletzt verlassen, meldete damals die Polizei. Brandstiftung sei nicht ausgeschlossen. Der Sachschaden wurde auf 30000 Euro beziffert.

 Fast zwei Jahre vergingen, bis der Verdacht auf den Angeklagten fiel: Dessen Ex-Lebensgefährtin hatte ihn Anfang 2015 – kurz nach der Trennung – bei der Polizei angezeigt. Am Dienstag bestätigte die 38-Jährige die Vorwürfe: Mehrere Wochen nach ihrem gemeinsamen Auszug hätten sie auf dem Dachboden des nicht abgeschlossenen Gebäudes nach vermissten CDs gesucht. Vergeblich. Während sie gleich wieder das Haus verlassen habe, sei der Angeklagte noch länger auf dem Dachboden geblieben. „Feuerchen“ habe er geantwortet, als sie ihn fragte, was er da gemacht habe. „Ich dachte, der veräppelt mich.“ Doch dann habe es schon laut geknackt. Sie hätten Qualm und Flammen gesehen. „Da kam auch schon die Feuerwehr“, so die Zeugin.

 35 Einsatzkräfte verhinderten das Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser, konnten aber das auf 15 Metern Breite brennende Dach nicht retten. „Er sagte, dass er das war“, belastet die Zeugin ihren Ex-Freund. Er habe Papier angezündet und etwas von Schikane des Vermieters gemurmelt. Die heute 16-jährige Tochter der Frau unterstreicht den Vorwurf: „Als ich später mit ihm dort war, hat er gesagt, dass er das gemacht hat.“ Beide Zeuginnen erklärten, der Angeklagte habe ihnen gegenüber auch von mehreren abgefackelten Gartenlauben in einem Kleingartengebiet erzählt.

 Zu den Vorwürfen der Brandstiftung schwieg der 30-Jährige. Er räumte jedoch ein, auf zwei Kleingartenparzellen Schuppen aufgebrochen und Werkzeug entwendet zu haben. Das Diebesgut – Akkuschrauber, Bohrmaschine und Stichsäge – habe er verkauft.

 Die Verteidigung stellt die Glaubhaftigkeit der Zeuginnen in Zweifel, tippt auf üble Nachrede und falsche Verdächtigung: Die Ex-Freundin sei sauer auf seinen Mandanten gewesen, weil der plötzlich ausgezogen sei. „Ich war froh, dass er weg war“, widerspricht die 38-Jährige, die den Ex-Freund trotz Trennung noch monatelang in ihrer Wohnung beherbergt haben will, „weil er nicht wusste wohin“. Der Prozess wird fortgesetzt.

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