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Lau soll den Platz für Grassau räumen

FEK-Aufsichtsrat Neumünster Lau soll den Platz für Grassau räumen

Die CDU Neumünster will Matthias Lau, Vorsitzender im FEK-Aufsichtsrat und parteilos, abberufen. Lau, seinerzeit von der Partei selbst für den Posten einberufen, soll seinen Platz im Aufsichtsrat für den CDU-Ratsherrn Klaus Grassau räumen. Die Personalie stößt bei vielen auf Unverständnis.

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Matthias Lau ist Vorsitzender des FEK-Aufsichtsrats.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Optimal scheint der Zeitpunkt nicht: Mitten in den Verhandlungen mit dem Land über Fördermittel für den zweiten FEK-Neubau-Abschnitt, zudem mitten in der Wahlperiode will die CDU den parteilosen Matthias Lau als Vorsitzenden des Aufsichtsrates für das Friedrich-Ebert-Krankenhaus durch den Hauptausschuss abberufen lassen.

 Vor eineinhalb Jahren hatte die damalige CDU-Fraktionschefin Babett Schwede-Oldehus Matthias Lau, damals noch Geschäftsführer der VR Bank, gebeten, in dem Gremium die Nachfolge für den ausgeschiedenen Sparkassen-Geschäftsführer Ralph Schmieder anzutreten. Jetzt soll Lau, der auf CDU-Ticket in dem Gremium sitzt, Platz machen für den CDU-Ratsherrn Klaus Grassau.

 „Die Abberufung hat die Fraktion beschlossen, es gab keine Gegenstimmen“, erklärte der amtierende Fraktionsvorsitzende Gerd Kühl. Begründung: „Es läuft einfach optimaler, wenn die Posten im Aufsichtsrat mit Fraktionsmitgliedern besetzt werden. Der Informationsfluss ist dann besser.“ Ob Grassau auch Vorsitzender wird, ließ Kühl offen. „Der Aufsichtsrat wählt seinen Vorsitzenden selbst.“

 „Wir waren alle überrascht, im Aufsichtsrat herrschte blankes Entsetzen“, schilderte Matthias Lau die Wirkung. Und erinnert sich: Im Vorfeld eines vereinbarten Gespräches über jüngste Entwicklungen im Krankenhaus habe Kühl ihm mitgeteilt, dass es auch „um Ihre Personalie“ gehe. Nach Rücksprache mit der Fraktion sei Kühl erneut auf ihn zugekommen mit der Bitte: Es wäre einfacher, wenn er freiwillig zurückträte.

 „Dazu sehe ich keinen Grund. Ich habe keine Fehler gemacht, ganz im Gegenteil viel erreicht für das Krankenhaus“, ist Lau überzeugt. Noch zu Beginn der Woche nach Finanzierungsgesprächen über den zweiten FEK-Bauabschnitt im Sozialministerium hätten ihm beide Stadträte eine glänzende Verhandlungsführung attestiert. „Auch FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen hat mir versichert, dass er in Bau- und Finanzierungsfragen noch nie einen so guten Sparringspartner gehabt habe.“

 Lau findet die CDU-Entscheidung „schade, nachdem ich auch sehr viel Kraft in die Findung eines neuen Generalunternehmers investiert habe“. Einen personellen Wechsel zur nächsten Kommunalwahl hätte er einordnen können. „Aber jetzt habe ich den Eindruck, es geht nicht nach Qualität, sondern nach Parteibuch.“ Was die Hauptausschusssitzung am kommenden Dienstag, 12. April, angeht, macht er sich indes „keine Illusionen“.

 Grünen-Fraktionschef Thomas Krampfer bedauert die Entwicklung. „Ausnahmslos alle Mitglieder des Aufsichtsrates loben die Arbeit von Herrn Lau, einige sogar ausdrücklich.“ Zudem sei es ein ausgesprochen ungünstiger Zeitpunkt, mitten in den Gesprächen mit dem Land den Aufsichtsratsvorsitzenden zu wechseln.

 „Wir beobachten diese Debatte mit großem Unverständnis“, erklärte gegenüber dieser Zeitung Gesundheits-Staatssekretärin Anette Langner. In der Phase der baulichen Sanierung seien Stabilität, Kontinuität und Kompetenz unersetzbar. „Wir schätzen die ökonomischen Fachkenntnisse und die Integrationsfähigkeit von Herrn Lau überaus. In dieser Phase ist es zentral, dass unterschiedliche Interessen und die Akteure zusammengebracht werden, um die jetzt gefundene Lösung voranzubringen“, sagte Langner.

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