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Fehlbedarf klettert auf 11,4 Millionen

Nachtragshaushalt Neumünster Fehlbedarf klettert auf 11,4 Millionen

Der Fehlbedarf im Nachtragshaushalt der Stadt Neumünster wird um 6,2 auf 11,4 Millionen Euro klettern. Dazu tragen auch 3,7 Millionen Euro für Flüchtlinge bei. Etwa 33 neue Stellen will der Oberbürgermeister für die Flüchtlingshilfe schaffen. Das Haus Stormarn soll ein Willkommenszentrum für Asylbewerber werden.

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Schwebt der Verwaltung als Willkommenszentrum für vorübergehende Unterbringung und Leistungen vor Ort vor, ist bei der Politik aber umstritten: das ehemalige Seniorenheim Haus Stormarn an der Dithmarscher Straße.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Ein „heftiger Schluck aus der Pulle“ wird Neumünsters erster Nachtragshaushalt 2016. Der Fehlbedarf wird um 6,2 auf 11,4 Millionen Euro klettern. Maßgeblich trägt dazu die dauerhafte Unterbringung von Asylbewerbern, die Neumünster ab Oktober 2016 leisten soll und die mit knapp 3,7 Millionen Euro per anno zu Buche schlagen wird, bei.

 Nachdem in Neumünster bisher nur die Erstaufnahme im Haart untergebracht war, werden laut offiziellem Verteilungsschlüssel (bei gleichbleibendem Flüchtlingsstrom) künftig 1850 Unterbringungen pro Jahr auf Dauer zu meistern sein. Allein zum Thema Flüchtlinge hat Oberbürgermeister Olaf Tauras knapp 33 neue Planstellen angemeldet. „Das sind zusätzliche Aufgaben, für die wir neues Personal brauchen. Wir befinden uns damit zudem auf einem Niveau mit den anderen kreisfreien Städten“, sagte Olaf Tauras.

 Allein 20 Stellen davon entfallen auf den Bereich jugendliche unbegleitete Minderjährige (Sonderdienst, wirtschaftliche Jugendhilfen, Vormundschaften), weil Neumünster mit derzeit 112 Jugendlichen „in vorläufiger Inobhutnahme“ rund 28 Prozent der landesweiten Klientel betreut. „Hier muss es zu einer gerechteren Verteilung kommen“, heißt es deutlich in der Unterlage für die politischen Gremien.

 Auf deren schnelle Entscheidung gleich in der nächsten Ratsversammlung im Februar setzt der Verwaltungschef. „Wir brauchen Zeit für die Ausschreibung, das Finden geeigneten Personals, das womöglich noch Kündigungsfristen einhalten muss, und die Einarbeitung. Dabei befinden wir uns in Konkurrenz zu anderen, denn alle suchen derzeit solches Personal.“

 Für das letzte Quartal 2016 erwartet Neumünster die ersten 350 Dauer-Flüchtlinge. Dann soll möglichst auch ein „Willkommenszentrum“ mit Wohnraum für eine Übergangszeit und zudem Platz für eine Anlaufstelle stehen, in dem alle Obliegenheiten wie Leistungszahlung unter einem Dach untergebracht sind. Die Verwaltung hat den seit Jahren leerstehenden Gebäudekomplex Haus Stormarn, ein ehemaliges Seniorenheim, in der Dithmarscher Straße im Auge. Der ist bei Neumünsters SPD-Fraktionschef Uwe Döring, der zwar Lob für den von ihm bereits im November geforderten „Nachtrag“ in petto hatte, bereits auf Kritik gestoßen. „Die Dithmarscher Straße liegt nur einige Hundert Meter entfernt von der Erstaufnahme in der Scholtz-Kaserne. Wir erhalten dann in der Stadt einen örtlichen Schwerpunkt mit Flüchtlingen.“

 Zudem habe der bisherige Eigentümer bei seinen Mietern in den Nachbarhäusern wegen mangelnder Investitionen in die Immobilen einen „ausgesprochen schlechten“ Ruf. Zu befürchten sei, dass er sich der Stadt gegenüber nicht anders verhalte. Für die Verwaltung zählt allerdings auch: „Er kann sich vorstellen, die Immobilie bis zum 1. Oktober herzurichten.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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