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Fit und gesund durch den Winter

Tierpark Neumünster Fit und gesund durch den Winter

Der Kalender zeigt zwar schon Anfang November, aber noch immer kommen beim Tierpark jede Menge selbst gesammelte Futterspenden in Gestalt von Eicheln und Kastanien an. „Bitte unbedingt als Spenden abgeben und nicht selbst verfüttern“, appelliert Tierparkchefin Verena Kaspari. „Das könnte sonst tödlich ausgehen.“

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Außer Obst bekommt der Tierpark um diese Zeit auch jede Menge Eicheln- und Kastanienspenden von Privatleuten. „Bitte abgeben und nicht selbst verfüttern", bittet Tierparkchefin Verena Kaspari.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Denn das Futter muss exakt dosiert werden. „Wenn die Tiere zu viele säurehaltige Kastanien und Eicheln fressen, stimmt der Säure-Basen-Ausgleich nicht mehr, und dann kippt der Pansen um“, weiß Kaspari zu berichten. Im Jahr 2004 beispielsweise ist ein Sika-Bock an Übersäuerung eingegangen. „Auch Brot und Brötchen bitte unbedingt bei uns abgeben, um Durchfall und Koliken zu vermeiden.“

 Zu den echten Nahrungsspezialisten gehören neben den Elchen (nach dem Tod von Kasimir in Folge von Magendurchbruch ist das Gehege zur Zeit verwaist), die in der freien Natur viele Wasserpflanzen äsen, um diese Jahreszeit wieder die Rentiere. Moosflechten stellen in der Tundra ihr Hauptfutter dar. In der grünen Jahreszeit werden sie im Tierpark unter anderem mit frisch geschnittenen Ästen versorgt, die Blätter und Rinde zum Abziehen zu bieten haben.

 „Für die Rentiere beginnt jetzt die Zeit, in der sie die höchste Energieleistung vollbringen müssen“, berichtet Kaspari. „Erst die Brunft, dann werden sie belegt und müssen den Embryo miternähren. Ab März werden die Stangen abgeworfen, neue müssen produziert werden. Im Mai/Juni kommen die Jungtiere, Milch muss produziert werden. Danach ist wieder Fellwechsel angesagt.“

 Also gibt es mehr Selen-Mineralstoff ins Futter, dazu werden Lecksteine angeboten. Und aus Finnland werden, getrocknet und zu Ballen gepresst, in Rollcontainern Rentiermoosflechten importiert. „Die Rippen weichen wir vor dem Verfüttern in Wasser ein. Außerdem kommen noch Karotten, Heu und Silage dazu.“ Bis im Frühjahr die ersten frischen Löwenzähne sprießen, die dann als besondere Delikatesse empfunden werden.

 Exotischer mutet das Futter für die Krallenaffen an. „Tamarin-Cake-Puler wird mit Wasser angemischt; das ersetzt die Baumsäfte. Außerdem gibt es Mehlwürmer und Zophobas, das sind Schwarzmehlkäferlarven.“ Für seine Logistik setzt der relativ kleine Tierpark natürlich auch auf das Internet. Für Seehunde gibt es zusätzlich Vitamin- und für Pinguine Salztabletten. „Wir kaufen die Futterfische gefroren ein, die haben nicht mehr so viel natürlichen Salzgehalt.“

 Außerdem werden im Tierpark Schlachthof-Abfälle verfüttert. Ein Bäcker spendet regelmäßig Brot für den Futterhof. „Außerdem unterstützen viele Geschäfte den Tierpark mit „leicht angedätschtem“ Obst und Gemüse, das dem kritischen Kundenblick nicht mehr standhält. Und zweimal pro Woche liefert ein Reform-Großvertrieb aus Neumünster Spenden beim Tierpark an“, erzählt Kaspari. Dann steht für die vierbeinigen Leckermäuler „echt öko“ auf den Speiseplan.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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