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Die Kleiderkammer ist komplett überfüllt

Flintbek Die Kleiderkammer ist komplett überfüllt

Das Szenario gleicht sich: Immer dienstags, kurz vor 14 Uhr, wird das Gedrängel vor dem Eingang der Seniorenwohnanlage Mühlenhof groß. Die Kleiderkammer öffnet für eine Stunde ihre Türen, jeder Bedürftige – zum Großteil sind das Flüchtlinge – will der Erste sein, der sich Kleidung aussuchen könne.

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Martina Schauer (links) und Brigitte Güttner fangen an, die gespendeten Sachen zu sortieren.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. „Es ist wie früher beim C&A-Sommerschlussverkauf“, sagt Sonja Wingsch.

 Für die ehrenamtlichen Helferinnen der Kleiderkammer in Flintbek ist es Schwerstarbeit. Denn nach dem Gedrängel um die besten Klamotten bleibt meist nur Chaos im Keller. „Wir müssen dann wieder aufräumen und neu sortieren“, erklärt Valentina Schuller, die seit 13 Jahren hilft. Warum? „Es macht mir Spaß“, beschreibt sie es mit bescheidenen Worten. Doch nicht nur der Andrang macht es schwer, auch die räumliche Enge ist ein Problem. „Derzeit schaffen wir es nicht mehr, die gespendeten Sachen zu sortieren“, klagen die Frauen. Sonja Wingsch zeigt auf den großen Stapel mit Säcken und Kartons in einem kleinen Nebenraum. „Wir haben seit einem halben Jahr den Boden nicht mehr gesehen, wir kommen nicht dazu, diese Sachen zu sortieren.“ Im Klartext: Die Kleiderkammer ist komplett überfüllt.

 Ein weiteres Problem: Viele Spenden sind nicht mehr in einem Zustand, dass man sie weitergeben kann. „Es gibt immer wieder Sachen, die ungewaschen oder auch kaputt sind. Auch Kleidung, die allzu unmodern ist, können wir nicht mehr an den Mann oder die Frau bringen“, ist Wingsch ehrlich. Doch auch diese Spenden machen zuerst einmal Arbeit – nämlich den Ehrenamtlichen.

 Nun soll alles besser werden, ab 1. Oktober können Valentina Schuller, Sonja Wingsch, Martina Schauer, Brigitte Güttner, Traute Garlitz und Gisela Ninnemann in neuen Räumen arbeiten. Das Ziel des Umzugs ist der Kätnerskamp 4, dort stehen Räumlichkeiten im Erdgeschoss zur Verfügung. „Es sind helle Räume in einer Ebene“, freut sich auch Sonja Wingsch, die sich seit einem Jahr engagiert. „Bedingt durch den Umzug werden wir bis zum 1. November keine Kleidung mehr annehmen. Am kommenden Dienstag, 6. Oktober, bleibt die Kleiderkammer einmalig geschlossen, damit wir in Ruhe alles sortieren und einräumen können.“

 Der nächste Öffnungstermin am neuen Standort ist Dienstag, 13. Oktober, im Kätnerskamp 4. „Dort wollen wir neu und gut sortiert öffnen“, erklärt Heike Rose von der Sozialstation. Auch über ein neues Zahlsystem wird nachgedacht. „Normalerweise nehmen wir nur einen Euro, aber selbst den nicht immer. Wir überlegen, für die Säcke nach Kilogramm bezahlen zu lassen.“ Dabei geht es nicht so sehr um das Geld, sondern um die Wertschätzung der Kleidung. Einmal die Woche, immer dienstags.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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