18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge mit klaren Berufszielen

Förderprojekt beim AVN Flüchtlinge mit klaren Berufszielen

Der junge Arsema, geboren 1996 in Eritrea, kam über Sudan, Libyen und Malta als Flüchtling nach Neumünster. Hier will er seinen Hauptschulabschluss nachholen und Tischler werden. Dabei hilft ihm seit September das Programm Ausbildung und Arbeit für alle.

Voriger Artikel
Delfs seit 40 Jahren in der SPD
Nächster Artikel
SWN können deutlich früher starten

Aus der Türkei und dem Kosovo kamen Serife und Shkelzen nach Neumünster. Andere mussten weitere und gefährlichere Wege in Kauf nehmen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Für dieses auf vier Jahre angelegte Integrationsprojekt in Neumünster zahlt der Bund mit 256000 Euro den Löwenanteil; 29000 Euro schießt das Jobcenter zu. 14 junge Teilnehmer profitieren derzeit von der Maßnahme, die drei Ziele verfolgt: Spracherwerb; Integration in den Alltag (zum Beispiel das Verstehen höherer Strompreisrechnungen für die eigene kleine Wohnung), bei der die Coaches helfen – und die berufliche Integration.

 Der ist Selima aus Syrien schon ein Stück näher als viele andere. Die 18-Jährige kam vor drei Jahren nach Deutschland, hat die Sprachkurse A1 und A2 erfolgreich absolviert und bereits ein Praktikum als Bauzeichnerin bei einem Neumünsteraner Büro absolviert. Die Bewerbung um eine Ausbildungsstelle läuft, im Januar beginnt der B1-Sprachkurs.

 Die Klientel des Projektes ist durchaus gemischt, wie der stellvertretende AVN-Leiter Thomas Börner erläuterte. Kriegsflüchtlinge wie Arsema oder der 17jährige Syrer Abdul, der auf drei Jahre per blauer Chipkarte als Flüchtling geduldet ist. Auch Shkelzen (25) kam als Kriegsflüchtling – bereits vor sechs Jahren aus dem Kosovo. Sein Traum nach erfolgreichem Schulabschluss: Maler werden. Es gehören aber auch Teilnehmer wie Serife dazu. Vor 13 Jahren zog die Familie dem in Deutschland arbeitenden Vater hinterher. Nach der Geburt von zwei Töchtern denkt die 23-Jährige jetzt an eine berufliche Selbstverwirklichung. Ziel: Verkäuferin.

 „Das Schlimmste war passieren kann, ist, dass der Status als anerkannter Flüchtling mitten in der Ausbildung abläuft“, schildert Coach Irene Dittrich. Da blickt Börner optimistisch in die Zukunft: „Ab dem 1. Januar 2016 greift ein neues Gesetz, das genau in solchen Situationen die Rückführung nicht stattfindet.“ Er ist überzeugt: „Die jungen Menschen, die kommen, wollen anpacken und sind bildungshungrig.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3