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Erfolgreicher Start mit syrischen Ärzten

Flüchtlingsambulanz Erfolgreicher Start mit syrischen Ärzten

23 Patienten suchten am Wochenende in der Flüchtlingsambulanz des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) Hilfe. „Es war ruhiger als erwartet“, sagt Henrik Schlüter, leitender Oberarzt der zentralen Notaufnahme. Von Freitag bis Sonntag hatte die bundesweit bisher einmalige Flüchtlingsambulanz zum ersten Mal geöffnet.

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Dr. Munzer Shekho (links) und Dilovan Alnouri arbeiten als Assistenzärzte in der Einheit für integrierende Versorgung (EIV) im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster. Am Wochenende war Premiere, 23 Flüchtlinge kamen zur Behandlung.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Alles hat reibungslos geklappt. Die Premiere ist gelungen. „Zukünftig erwarten wir aber noch mehr Patienten“, erklärt Dr. Ivo Markus Heer, Ärztlicher Direktor.

Das FEK liegt nicht weit entfernt von der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster. Seit dem Sommer steigt die Zahl der Flüchtlinge rasant an, zurzeit sind mehr als 5000 Asylsuchende dort untergebracht. Das spürt auch das Krankenhaus. Denn die Zahlen von zu behandelnden Flüchtlingen vervierfachte sich innerhalb kürzester Zeit. Im September wurden 238 von ihnen Ambulanz behandelt, 144 stationär aufgenommen. „Unsere zentrale Notaufnahme war schnell total überlastet“, gibt FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen zu.

Unter diesem Druck hat das Land Schleswig-Holstein die komplette Förderung der Flüchtlingsambulanz übernommen, die in Neumünster unter dem Namen „Einheit für integrierende Versorgung (EIV)“ firmiert. Der Bewilligungsbescheid gilt für zwölf Monate, die gesamte Maßnahme kostet 2 Millionen Euro.

Größtes Problem ist aber, entsprechendes Personal zu finden. deshalb wird zunächst nur am Wochenende geöffnet. Zwei Assistenzärzte sind eingestellt, weitere Bewerbungen liegen vor. Zwei qualifizierte Pflegekräfte sind mit am Start, und für sie werden dringend weitere Kollegen gesucht. Denn Ziel ist natürlich, die Ambulanz sieben Tage in der Woche rund um die Uhr zu betreiben – mit sechs Ärzten und zehn qualifizierten Pflegekräften.

Dr. Munzer Shekho (45) und Dilovan Alnouri (39) sieht man die Erleichterung an, im FEK eine Anstellung gefunden zu haben. Beide stammen aus Syrien. Als Internist und Gefäßchirurg haben sie viele Jahre Erfahrung. „Die Atmosphäre ist hier sehr angenehm“, sagt Alnouri. Und für die Patienten sei es ein gutes Gefühl, dass die Ärzte die gleiche Sprache sprechen. „Das verkürzt die Behandlung immens“, erklärt auch Geschäftsführer von Dollen. Kurdisch, arabisch, englisch und deutsch wird nun untersucht und behandelt. „Niemand hat mir gesagt, dass Deutsch so eine schwierige Sprache ist“, sagt Shekho, der sie nach zwei Jahren in Deutschland aber sehr gut spricht, wie sein Kollege. Beide streben natürlich an, in Deutschland als Facharzt anerkannt zu werden. Zurzeit haben sie eine Berufserlaubnis für 18 Monate.

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