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Start im zweiten Quartal 2017

Flüchtlingszentrum Start im zweiten Quartal 2017

Das in einem Gebäude der ehemaligen Hindenburg-Kaserne geplante Zentrum für Flüchtlinge in Neumünster könnte im zweiten Quartal des Jahres 2017 seine Arbeit aufnehmen. „Dieser Zeitpunkt scheint aus heutiger Sicht realistisch“, erklärte Thorben Pries am Mittwochabend.

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In diesen Trakt der ehemaligen Hindenburg-Kaserne an der Färberstraße nahe Einmündung Schubertstraße soll das Flüchtlingszentrum entstehen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Der Mietvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist bereits seit Ende Juli unterschreiben. „Die Fertigstellung des Zentrums hängt davon ab, wann die Bima die Erklärung für die Kostenübernahme für die Instandsetzung des Gebäudes und die des Landes zum Betrieb einer kommunalen Gemeinschaftseinrichtung eintreffen“, erklärte der Leiter der zuständigen Koordinerungsgruppe bei der Stadt im Stadtteilbeirat Böcklersiedlung-Bugenhagen. Für die Instandsetzung des gänzlich entkernten Gebäudes wird mit einem finanziellen Aufwand in Höhe von 2,3 Millionen Euro gerechnet. „Danach müssen wir dann mit einer Vergabe- und Bauzeit von ungefähr sechs Monaten planen“, sagte Pries. Die Baufahrzeuge sollen von der Carlstraße auf das Kasernengelände fahren.

Ab dem 1. Januar muss Neumünster dauerhaft Flüchtlinge aufnehmen. In dem Zentrum mit Platz für 80 Menschen sollen Flüchtlinge die ersten vier Wochen überbrücken, bis ihnen Wohnungen zugewiesen werden konnten. Außerdem sollen Büros für rund 20 Mitarbeiter von Einrichtungen wie Jobcenter oder Allgemeinem Sozialen Dienst geschaffen werden.

„Angesichts drastisch gesunkener Flüchtlingszahlen gibt es keine genauen Prognosen“, erklärte Pries. Zunächst war man von 1400 zugewiesenen Flüchtlingen für 2017 ausgegangen, diese Annahme wurde auf 1000 reduziert. „Wir müssen diverse Faktoren berücksichtigen“, schilderte Pries. „Laut Experten waren noch nie so viele Menschen auf der Flucht wie jetzt. Die Abkommen mit der Türkei sind unsicher. Neue Fluchtrouten werden gefunden.“

In der Erstaufnahme im Haart (Kapazität 850 Plätze) leben laut Pries derzeit 369 Flüchtlinge, in Boostedt 440. In Neumünster werden zudem 447 anerkannte Flüchtlinge vom Jobcenter betreut, darunter 173 erwerbsfähige. Dazu kommen 77 Flüchtlinge, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Unterhalt beziehen.

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer, die in Neumünster leben und überwiegend in der Parkstraße untergebracht sind, bezifferte Pries auf 25. Bis Mitte September wurden 366 sogenannte vorläufige Inobhutnahmen gezählt, der größte Teil wurde auf andere Kommunen verteilt. Für 57 von ihnen blieb Neumünster weiterhin zuständig, weil sie – zum Beispiel aus Krankheitsgründen – nicht weiterverteilt werden konnten.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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