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Freies Radio will die Lizenz zum Senden

Lokalfunk aus Neumünster Freies Radio will die Lizenz zum Senden

Das Freie Radio Neumünster spielt auf: Eine Stunde pro Monat – jeweils am zweiten Freitag – sendet es in Hamburg auf der UKW-Frequenz 93,0. Die Initiative bekommt sozusagen Asyl beim FSK (Freies Sender Kombinat). Aber auch außerhalb der Hansestadt ist das monatliche Magazin nachzuhören: über das Internet auf der Homepage www.freie-radios-sh.org

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Einzug ins AJZ in der Friedrichstraße: Ulrike Göking (von links), Sönke Jahn, Stefan Tenner und Christina Rubi vom Verein Freies Radio Neumünster prüfen, ob die Technik funktioniert. Der Raum soll noch mit Tüchern oder Decken etwas isoliert werden, um den Hall zu vermindern.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Ziel der Neumünsteraner ist es natürlich, selber Radio zu machen. Als nicht kommerzieller Lokalfunk möchte die Initiative im Bereich Neumünster/Bordesholm/Nortorf/Padenstedt auf Sendung gehen. Eine Änderung des Medienstaatsvertrages Hamburg/Schleswig-Holstein erlaubt nämlich erstmalig lokalen Hörfunk. Die Bewerbung um Übertragungskapazitäten hat das Freie Radio Neumünster bei der Medienanstalt längst abgegeben. 22 Seiten war sie stark.

 Im kommenden Monat werden die Bewerber gehört. „Wir gehen davon aus, dass alles klappt“, ist Stefan Tenner absolut optimistisch. Er ist Vorsitzender des Vereins und hat große Ziele. Denn mit dem, was bisher im Radio zu hören ist, will er sich nicht zufrieden geben. „Da geht doch noch mehr“, sagt Tenner. Für Neumünster stellt sich der Verein lokale Berichte vor – politisch, kulturell, geschichtlich. Auch eine Kinderradiosendung wäre möglich. Konzerte und Vorträge fänden beim Freien Radio Neumünster eine Bühne. Aber auch Interviews sind geplant und lokale Ankündigungen. Und nicht zuletzt könnten mal völlig andere Musikstile gesendet werden. Im April-Magazin auf FSK spielte Tenner einen Song der Kieler Band Makina, die Punk mit türkischen Texten macht.

 Auch Sendungen in verschiedenen Sprachen seien möglich, zumindest aber Nachrichten auf türkisch beispielsweise. Ulrike Göking ist auch Mitglied des Vereins und kann sich ein Projekt mit Flüchtlingen vorstellen. Deutschkurse seien ebenfalls eine Option. Denn das Freie Radio möchte senden, was „Radio bisher nicht leistet“, sagt Tenner. Wobei keine Profis am Mikrofon sitzen. „Am Anfang kann das vielleicht etwas hölzern klingen.“ Learning by doing. Und vielleicht wird zu Beginn auch noch etwas mehr Musik gespielt. Sechs Workshops für die Radiomacher in spe werden demnächst im Land angeboten.

 Noch hat das Freie Radio Neumünster die Frequenz nicht, und vor allen Dingen fehlt das Geld, um zu starten. Bekommt der Verein die Zulassung von der Medienanstalt, muss die Bundesnetzagentur eine freie Frequenz zuweisen. 93,4 Kilohertz auf UKW ist beispielsweise noch nicht belegt. Förderanträge bei der Medienstiftung werden gestellt, Angebote von technischen Dienstleistern eingeholt – und es wird um weitere Vereinsmitglieder, Unterstützer und Spenden geworben.

 Vorerst ist die Initiative im AJZ an der Friedrichstraße untergekommen. Am 8. Mai sendet das Freie Radio von 15 bis 16 Uhr wieder auf der Hamburger Frequenz – und auf der Homepage: www.freie-radios-sh.org

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