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„Ich helfe jedem, der Hilfe braucht“

Feuerwehr Neumünster Stadtmitte „Ich helfe jedem, der Hilfe braucht“

Was passiert, wenn die großen Probleme der Welt auf ehrenamtliches Engagement vor Ort treffen, muss die Feuerwehr in Neumünster derzeit erleben.

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Auf Facebook nahm die Feuerwehr Neumünster Stellung zu den Anfeindungen.

Quelle: Screenshot https://www.facebook.com/pages/Freiwillige-Feuerwehr-Neum%C3%BCnster-Stadtmitte/175353155837112?fref=nf

Neumünster. Ihr Internetauftritt beim sozialen Netzwerk Facebook steht bundesweit im Fokus. Der Grund: Weil Freiwillige aus den Reihen der Wehr vor einer Woche geholfen hatten, Bodenplatten in einer Notunterkunft für Flüchtlinge zu verlegen, gab es böse Kommentare im Netz.

  Zu diesen Anfeindungen äußerte sich jetzt der Neumünsteraner Sönke Bumann mit einem bewegenden Statement über das Selbstverständnis eines Feuerwehrmanns. Seine Nachricht trifft offenbar den Nerv vieler Facebook-Nutzer. Bis Donnerstag wurde der Eintrag rund 4000 Mal geteilt, etwa 15000 Leser drückten „Gefällt mir“.

 „Als junger Mann habe ich mich damals verpflichtet, jedem zu helfen, der Hilfe braucht. (...) Und seit über 20 Jahren interessiert es mich nicht, ob der Mensch am Fenster im 3. Stock, hinter dem schon die Flammen hochschlagen, ein Pastor, ein Steuerhinterzieher oder gar ein Mörder ist. Dieser Mensch braucht jetzt meine Hilfe! Punkt!“ Das schrieb der Neumünsteraner Feuerwehrmann als Reaktion auf die Anfeindungen gegen seine Kameraden. Dabei es müsse nicht immer das große Feuer sein. „So kommt es auch vor, dass die Leute von der Feuerwehr in einer Sporthalle Feldbetten aufstellen. Ohne zu fragen, warum“, so Bumann.

 Genau das war vor einer Woche der Fall. Die Neumünsteraner Feuerwehr packte mit an, als die Turnhalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld quasi über Nacht für die Ankunft von etwa 300 Asylsuchenden vorbereitet werden musste. Nach der Aktion berichtete die Wehr auf ihrer Facebook-Seite über ihren Einsatz. „Was dann geschah, machte die Feuerwehrleute fassungslos“, beschreibt Bumann. „In Kommentaren machten sich Mitbürger mit teils sehr zweifelhafter Wortwahl ihrem Unmut über das Geschehen Luft.“ Gemeint waren Einträge mit offensichtlich rechtsradikalem Hintergrund. Der Proteststurm im Internet gegen die Hilfsaktion der Feuerwehr war offenbar so heftig, dass der Bericht über den Einsatz in der Notunterkunft mittlerweile von den Neumünsteraner Feuerwehrleuten gelöscht wurde.

 Bevor Bumann seinen Beitrag mit dem Leitspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ schließt, beschreibt er, wie er gleich nach seiner schlafenden Enkeltochter sehen wolle – „und ich versuche mir mal vorzustellen, wie es mit ihr jetzt in einem Auffanglager für Flüchtlinge wäre.“ Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Aus ganz Deutschland und den Nachbarländern meldeten sich Facebook-Nutzer. Tenor der meisten Einträge: „Respekt. Danke. Geteilt.“

 Doch es gab auch kritische Stimmen, die an vielen Stellen versuchten, auf dem Rücken der Feuerwehrleute und ihrer Facebook-Seite Politik zu machen und gegen Flüchtlinge zu wettern. Mittendrin ein neuer Bericht der Neumünsteraner Feuerwehr: Ein Flüchtlingsjunge (16) sei plötzlich auf der Feuerwache aufgetaucht. Er habe sich bei seinen Gastgebern bedankt wollen und gefragt, ob er etwas zurückgeben könne.

 Sönke Bumann will sich nicht mehr öffentlich zur Sache äußern. Es sei alles zum Thema gesagt. „Alles andere wäre Selbstdarstellung“, schreibt er bei Facebook und bedankt sich bei denjenigen Kameraden, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Zur Facebookseite der Freiwilligen Feuerwehr Neumünster Stadtmitte: https://www.facebook.com/pages/Freiwillige-Feuerwehr-Neum%C3%BCnster-Stadtmitte/175353155837112?fref=nf

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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