20 ° / 14 ° stark bewölkt

Navigation:
Flüchtlingsambulanz soll Not lindern

Friedrich-Ebert-Krankenhaus Flüchtlingsambulanz soll Not lindern

Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster rechnet mit bis zu 2000 zusätzlichen Patienten in diesem Jahr aufgrund der zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster und Boostedt. Diese Herausforderung will das FEK mit einer zusätzlichen Ambulanz und einem multinational besetzten Team meistern. Das Land finanziert das Vorhaben zunächst auf ein Jahr mit zwei Millionen Euro.

Voriger Artikel
6000 Enten gehen an den Start
Nächster Artikel
Insolvenz ist vom Tisch

Stellten die Pläne für die neue integrierende Ambulanz für Flüchtlinge vor: Pflegedirektor Christian de la Chaux, seine Stellvertreterin Nicole Giese, der ärztliche Direktor Dr. Ivo Heer, Staatssekretär Ralph Müller-Beck, Oberbürgermeister Olaf Tauras und Dr. Renée Buck aus dem Sozialministerium.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Das wird ein bundesweites Pilotprojekt“, ist der ärztliche Direktor Dr. Ivo Heer überzeugt. Zusätzlich zur medizinischen Versorgung in der Scholtz-Kaserne, die nur werktags besetzt ist, soll möglichst bis Ende September die „Einheit Integrierende Versorgung“ aufgebaut werden, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt sein soll. „Mit sechs Ärzten, zehn Pflege- und drei Verwaltungskräften.“

 Die Stellen sollen hausintern, extern aber auch aus einer Bewerberklientel mit Migrationshintergrund besetzt werden. „Erschwernisse, die einer Lösung im Wege stehen, werden wir ausräumen“, versprach Innenstaatssekretär Ralph Müller-Beck. „Ideal wäre eine syrisch und arabisch sprechende Fachärztin für die Patientinnen, die sich nur von Frauen untersuchen lassen wollen“, sagte FEK-Prokurist Gerd Achtenberg. Notfalls, so Heer, werde man „eine Quelle anzapfen, auf die wir bisher nicht eingegangen sind“: Allen Chefärzten lägen per E-Mail Bewerbungen von Ärzten aus deren Krisen-Heimatländern vor.

 Pflegedirektor Christian de la Chaux versicherte, die neue Einheit sei eine „Schnittstelle“ zu allen anderen Stationen im Hause. Nachdem viele Krankenhaus-Einheiten in den 1. Abschnitt des Neubaus umgezogen sind, stehen ehemalige Endoskopie-Räume im „Altbau“ aus den 1970er-Jahren im zweiten Obergeschoss leer, die entsprechend umgebaut werden müssten. Er betonte: „Die Stimmung bei unseren Mitarbeitern ist ausgesprochen solidarisch.“

 Drei- bis fünfmal länger dauern Ambulanzbehandlungen der Flüchtlinge, mit denen sich Ärzte oft nur über ein Online-Dolmetschprogramm verständigen könnten. Der elfjährige Junge aus Afghanistan, der mit wund gelaufenen Füßen und einer Infektionskrankheit ankam, ist kein Einzelfall. In der Nacht zu Freitag kamen auf der Entbindungsstation in Neumünster zwei Flüchtlings-Babys zur Welt.

 Umso wichtiger, dass in Gesprächen zwischen Krankenhaus, Oberbürgermeister Olaf Tauras und Innenministerium ein schneller Lösungsansatz für das im FEK ausgetüftelte Modell erreicht werden konnte. „Das Flüchtlingsproblem belastet uns bis über die Grenzen unserer Kapazität hinaus“, sagte Heer.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3