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Orientierung für Wanderer um Neumünster

GPS-Referenzpunkt Orientierung für Wanderer um Neumünster

Mit Satellitentechnik auf einen Zentimeter genau eingemessen ist der neue GPS-Referenzpunkt auf dem Kleinflecken in Neumünster. Wanderer, Radfahrer und Geocacher können hier testen, wie genau ihre Handys und Navigationsgeräte funktionieren. Bisher gab es im ganzen Land erst einen solchen Punkt in Kiel.

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Auf einen Zentimeter genau ist der Referenzpunkt für das GPS auf dem Kleinflecken in Neumünster eingemessen. Die Koordinaten sind auf der im Boden eingelassenen Platte angegeben.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Etwa in der Mitte zwischen Stadthalle und Vicelinkirche liegt der unscheinbare Punkt unweit vom Wasserspiel auf dem Kleinflecken. Die Spitze des tropfenförmigen Fähnchens, wie man es auch von Navigationskarten aus dem Internet kennt, weist auf den vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation exakt eingemessenen Punkt. Die Referenzdaten sind auf der Platte als UTM-Koordinaten (Universal Transversal Mercator System) mit 32564300,19 E (East) und 5991852,14 N (North) und auch geografisch mit den Koordinaten 54 Grad 04,2516 Minuten nördliche Breite, 9 Grad 58,9575 Minuten östliche Länge angegeben.

 Das eigene Handy oder Navigationsgerät würde sich am besten testen lassen, indem man es direkt über den Referenzpunkt hält, erklärt Arne Lewandowski, Tourismusbeauftragter der Stadt. Abweichungen von drei bis 20 Meter seien noch normal. Beim Autofahren sei das kaum zu spüren. Für Radfahrer und Wanderer, die häufig auf kleineren Wegen und Straßen unterwegs sind, kann die Toleranz schon problematischer sein.

 Beim Geocaching, der digitalen Schatzsuche oder auch Schnitzeljagd im Internet über Koordinaten, kann die Suche nach sogenannten Caches, häufig sind das kleine Behälter mit Botschaften oder Schätzen darin, durch Abweichungen schon deutlich komplizierter werden. Am Referenzpunkt lassen sich die Differenzen ermitteln und können dann bei der punktgenauen Suche berücksichtigt werden. Sollten die Abweichungen sehr groß sein, könnte die Verwendung von alternativer Software oder Mobilfunk-Apps helfen.

 Bei gutem Empfang sollte zum Beispiel ein Mobiltelefon seine Position aus Daten von vier Satelliten errechnen. Der professionelle GNSS-Empfänger (Global Navigation Satellite System) vom Landesamt für Geoinformation, mit dem Hans-Detlef Kühl die Position des Referenzpunktes bestimmt hat, empfängt auf dem Kleinflecken sogar 14 Satelliten. Die Mittelwerte dieser Positionen würden dann die Referenz bilden, so Kühl.

 Oberbürgermeister Olaf Tauras freut sich über die neue „Servicestation“ für Einwohner und Gäste der Stadt. Thomas Klesen, Abteilungsleiter vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation, sieht in dem Referenzpunkt ein „Aushängeschild“ für seine Behörde und die zunehmende Bedeutung von Geoinformationen im Alltag. Neumünster hat übrigens erst den zweiten Referenzpunkt in Schleswig-Holstein. Der erste wurde im April 2015 an der Kieler Treppenstraße zwischen Rathaus und Kieler Nachrichten gesetzt.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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