21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Geriatrie wird 20 Jahre jung

Friedrich-Ebert-Krankenhaus Geriatrie wird 20 Jahre jung

Irene Hagemann wirkt konzentriert und entschlossen. Eineinhalb Wochen nach der Schenkelhalsfraktur kann sich die 80-Jährige von der Bettkante in den Rollstuhl umsetzen und die ersten Schritte am Gehbock absolvieren. Ein großer Erfolg für sie – und einer mehr für die Geriatrie am Friedrich-Ebert-Krankenhaus, die es seit 20 Jahren gibt.

Voriger Artikel
Mehr Arbeitslose zum Sommer
Nächster Artikel
Containerdorf für 400 Flüchtlinge

Großer Tag für die 80-jährige Irene Hagemann: Nach einem Schenkelhalsbruch macht sie erste Schritte am Gehwagen, begleitet von Altenpflegerin Steffi Bahr (links), Physiotherapeut Christoph Bidzinski (rechts) und Dr. Werner Hofmann.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Neumünster. Irene Hagemann wirkt konzentriert und entschlossen. Eineinhalb Wochen nach der Schenkelhalsfraktur in ihrem Garten in Großenaspe kann sich die 80-Jährige von der Bettkante in den Rollstuhl umsetzen und bereits die ersten Schritte am Gehbock absolvieren. Ein großer Erfolg für sie – und einer mehr für die Geriatrie am Friedrich-Ebert-Krankenhaus, die es seit 20 Jahren gibt.

 Das Durchschnittsalter der Patienten dieser Klinik, in der der ältere Mensch im Fokus steht, liegt mittlerweile bei 85 Jahren, mit steigender Tendenz. „Es kann schon vorkommen, dass wir einen 95-Jährigen behandeln und auch den 70-jährigen Sohn“, erklärt Chefarzt Dr. Werner Hofmann. Der beschreibt: „In Absprache mit den Patienten, der Familie oder dem Betreuer versuchen wir, ein therapeutisches Milieu zu schaffen, das dem Patienten Sicherheit gibt.“

 Vom Schlaganfall über den Knochenbruch bis zu Herz- oder Niereninsuffizienz reicht das Krankheitsspektrum, dessen Heilung erst recht im Alter nicht immer komplett gelingen kann. Dennoch peilt das Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten das Ziel an: 80 Prozent der Patienten sollen auf eigenen Beinen die Klinik verlassen können, obwohl sie liegend eingeliefert worden sind.

 Physiotherapeutin Susanne Niedermann, von Beginn an dabei, spricht offen eine Veränderung an: „Früher hatten wir 45 Minuten Zeit am Tag für einen Patienten. Schwerstbetroffene durften acht bis zwölf Wochen bleiben. Heute sind es einschließlich Dokumentation 30 Minuten und Aufenthalte von maximal 21 Tagen.“ Das liegt nicht an der Steigerung der Bettenzahl von damals 36 auf heute 82 und 15 Tagesklinikplätze, sondern an der Budgetierung durch die Fallpauschale, die der Gesetzgeber den Krankenhäusern verordnet hat.

 Umso mehr liegt dem Geriatrie-Team daran, die Patienten mit einer möglichst guten Perspektive für die Zeit nach der Klinik zu entlassen. „Danach können niedergelassene Ärzte bis zu 18 Therapieeinheiten verschreiben, mehr nicht. Die Behandlung durch Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden greift dann nicht mehr im Konzert, sondern nur noch einzeln“, erläutert die leitende Therapeutin Ute Harbeck.

 Erleichtert wird die Arbeit des Teams durch neue Technik wie die EDV gestützte Pflegeprozessdokumentation. Von jedem PC der Klinik aus können alle Berufsgruppen Einträge in diese Computer-Krankenakte machen und die der Kollegen ablesen. Stolz ist man auch darauf: Die FEK-Geriatrie ist gemeinsam mit Bad Bramstedt (Partner im 6-K-Verbund) mit 2600 Patienten im Jahr nicht nur der größte Versorger in der Region. „Dieses Zentrum, das beide zusammen bilden, gehört zu den Top Ten in Deutschland“, betont FEK-Sprecherin Maren von Dollen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3