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Am liebsten malt sie Aquarelle

Geburtstag einer 100-Jährigen Am liebsten malt sie Aquarelle

Gertrud Förster aus Neumünster wird am Montag ein Jahrhundert alt. Viel erlebt hat die Frau aus Tilsit, die gerne Landschaftsaquarelle malt und sich außerdem im Heimbeirat ihrer Wohneinrichtung engagiert. Die runde 100 wird gefeiert. Alle drei Kinder, sechs Enkel und acht Urenkel kommen zu Besuch.

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Gertrud Förster wird heute ein Jahrhundert alt. Ihre größte Leidenschaft ist das Malen von Aquarellen.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. 100 Jahre alt wird sie am Montag. Gertrud Förster lebt im Seniorenheim am Sachsenring in Neumünster. Der große Tisch in ihrem kleinen, aber gemütlich eingerichteten Zimmer ist ihr täglicher Arbeitsplatz. Am Vormittag liest sie dort Zeitungen. Wenn sie Lust hat, wird der Tisch zur Staffelei umgestaltet, und mit großer Akkuratesse gestaltet die Seniorin kleine Glückwunschkarten mit Aquarellen.

 Landschaften sind ihre Lieblingsmotive. „Da kommen viele Erinnerungen an meine Geburtsstadt Tilsit und die wunderbare ostpreußische Natur auf das Papier“, berichtet Gertrud Förster. Vor kurzem hat sie der Küchenmannschaft des Heims ein großes Aquarell gemalt. „Das haben die Köche verdient, da sie uns immer sehr bekömmliches Essen kredenzen“, so die rüstige Rentnerin. Sie engagiert sich auch im Heimbeirat, und wenn sie eine Idee hat, schreibt sie Gedichte, die in der Heimzeitung veröffentlicht werden.

 Als junges Mädchen hat sie in Tilsit ihr Abitur gemacht. „Das war damals sehr schwer. Die meisten meiner Klassenkameraden sind durchgefallen“, erinnert sich Gertrud Förster. Später hat sie als Sozialpädagogin unter anderem in einem Erholungsheim für Jugendliche am Frischen Haff gearbeitet. Ihren späteren Ehemann Gerhard, der 2004 verstorben ist, hat sie in den 1930er-Jahren bei einem Ausflug nach Lötzen (Ostpreußen) kennengelernt. Ihr Mann war Berufssoldat bei der Wehrmacht. Er geriet zum Ende des Kriegs in englische Gefangenschaft. Gertrud flüchtete mit ihrem kleinen Sohn Dietrich ins Emsland. Dort wurde auch Sohn Lothar geboren. Ihr Ehemann reiste nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft nach Travemünde und holte seine Familie nach.

 Zunächst kamen sie in einer Flüchtlingsbaracke auf dem Priwall unter. Später, als Tochter Ingrid geboren wurde, bezogen die Försters eine kleine Wohnung in Travemünde, in der sich Gertrud Förster noch bis vor drei Jahren alleine versorgt hat. Schließlich konnte sie Sohn Lothar, der in Bönebüttel lebt, davon überzeugen, sich in seiner Nähe in Neumünster im Seniorenheim niederzulassen. Heute wird der 100. Geburtstag im Restaurant gefeiert. Alle drei Kinder, sechs Enkel und acht Urenkel kommen zu Besuch.

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