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Der Tote, den es nie gab

Gerüchte zur rechten Demo Der Tote, den es nie gab

Eine Anti-Flüchtlings-Demonstration in Neumünster mit rund 300 Gegendemonstranten sorgte für Unruhe in den Sozialen Netzwerken: Angeblich sei einer der Demonstranten durch Mitglieder der Antifa lebensgefährlich verletzt worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Das Problem: Diesen Toten hat es nie gegeben.

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Nach der Demonstration in Neumünster kursierten Gerüchte im Netz, dass angeblich ein Mensch gestorben sei.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Rund 80 Teilnehmer der rechten Szene versammelten sich am Sonnabend in Neumünster, um gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik zu demonstrieren. Ihnen standen 300 Gegendemonstranten gegenüber, die zu einer Gegenkundgebung aufgerufen hatten. Kurz nach Ende der Demo verbreitete sich auf einschlägigen Seiten der rechten Szene in den Sozialen Netzwerken das Gerücht, dass ein "Kamerad" von Antifa-Anhängern überfallen und verprügelt worden sei. Mit Eisenstangen sei angeblich seine Schädeldecke zertrümmert worden, so dass er später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen sei.

Die Empörung im Netz war groß. Doch nun wurde von Seite des bekannten Hamburger Neonazis Thomas Wulff, der ebenfalls an der Demonstration teilgenommen hatte, bestätigt, dass es sich bei diesem Gerücht um eine Falschmeldung handelte.

+ + +  BITTE VERBREITEN!  + + +  BITTE VERBREITEN!  + + +Betrifft: Todesmeldung von Neumuenster Nach Auskunft von...

Posted by Karl Richter on Saturday, January 16, 2016

Auch die Polizeidirektion Neumünster hatte nach den kursierenden Vorwürfen in der Nacht zu Sonntag ermittelt. Doch auch sie konnte das Gerücht nicht bestätigen.

+++ Geruecht bei Facebook ++Das hier mehrfach benannte Geruecht ueber den angeblichen Tod eines Demonstrationsteilnehmers...

Posted by Polizei Neumuenster und Rendsburg-Eckernfoerde on Saturday, January 16, 2016

Am Sonntagnachmittag teilte die Polizei dann über eine Pressemitteilung mit, dass sie bereits am Sonnabendabend alle Bahnhöfe in Neumünster überprüft hätte. Dabei wurden weder eine Person noch Spuren, die auf einen solchen Geschehensablauf hinwiesen, gefunden. Über das Krankenhaus in Neumünster hinaus wurden landesweit alle Krankenhäuser über die Leitstellen der Polizei abgefragt. Nirgends war eine entsprechend verletze Person eingeliefert worden. Auch zu dem Nutzer, der in dem sozialen Netzwerk den Sachverhalt bestätigte, liefen parallel polizeiliche Ermittlungen an. Bislang kam jedoch kein Kontakt zu dieser Person zustande.

Bereits am Nachmittag hatte ein Redner auf dem Kantplatz von einem Mann berichtet, der auf dem Weg zur Veranstaltung am Bahnhof schwer am Kopf verletzt worden sein soll und ins Krankenhaus kam. Auch dieser Sache ging die Polizei nach - doch es stellte sich heraus, dass keine Person mit einer entsprechenden Kopfverletzung im Krankenhaus behandelt wurde. Darüber hinaus trat auch niemand an die Polizei im Sinne einer Anzeigenerstattung heran.

Drei Menschen wurden nach der Demonstration in Gewahrsam genommen. Zwei Menschen wurden wegen Landfriedensbruchs und ein Gegendemonstrant wegen Sachbeschädigung von den Beamten in Gewahrsam genommen.

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Großeinsatz der Polizei
Foto: In Neumünster bildete sich eine breite Front gegen die rechtsgerichtete Demonstration.

Eine angemeldete Anti-Flüchtlings-Kundgebung der rechten Szene auf dem Kantplatz in Neumünster hat am Sonnabend für ein Großaufgebot der Polizei gesorgt. Den 80 Teilnehmern standen 300 Gegendemonstranten gegenüber, zudem versammelte sich das Bündnis gegen Rechts zu einer Demo.

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