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Gespinstmotten fressen Sauerkirsche kahl

Neumünster Gespinstmotten fressen Sauerkirsche kahl

Auf die Sauerkirschenernte muss Familie Wendt in diesem Jahr verzichten. Der Baum im Vorgarten der alten Gadelander Mühle sieht zwar aus, als ob er in zweiter Blüte steht, aber hier hat direkt an der Segeberger Straße die Gespinstmotte zugeschlagen.

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Keineswegs in zweiter Blüte steht dieser Sauerkirschbaum in Neumünster-Gadeland: Die Gespinstmotte hat zugeschlagen und den Baum mit einem weißen Netz überzogen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Den seidig wirkenden Schleier spinnen die Raupen als Schutz vor Vögeln, damit sie nicht gefressen werden“, erklärte Peter Hildebrandt vom Naturschutzbund Neumünster. Bis zu 30 oder 40 Raupen krabbelten in diesen „Säckchen“, die bei Wendts gestern auch an langen „Fäden“ vom Baum hingen und vom Juni-Wind hin und her geschaukelt wurden.„Die Raupen sind extrem gefräßig und wenden sich voller Appetit den Blättern ihres Wirtsbaumes zu“, berichtet er. An der Segeberger Straße hatte der Blattfraß schon mit Macht eingesetzt. Wenn der Baum kahl gefressen ist, so der Nabu-Fachmann, verpuppen sich die Raupen, um nach zwei Monaten ihr Dasein als Motte zu beginnen. Die fertigen Falter können es auf eine Flügelspannweite bis zu 2,5 Zentimetern bringen.

 Rechtzeitiges Absammeln der Tiere kann hilfreich sein. „Aber in diesem Zustand ist alles zu spät“, sagte Sönke Wendt jr., der mit dem Nabu-Ehrenmitglied einer Meinung ist: „Auf keinen Fall Gift einsetzen!“ Das würde auch den natürlichen Feinden der Raupen wie Vögeln oder Schlupfwespen schaden. Und außerdem: „Der Baum erholt sich wieder“, weiß Hildebrandt. Womöglich noch in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr kommt neues Blattgrün.

 In der Stadt ist Hildebrandt in den letzten Jahrzehnten solch ein Befall noch nicht vorgekommen. „Draußen am Rand vom Dosenmoor schon. Denn die Gespinstmotten bevorzugen Weiden, Pfaffenhütchen und auch Schlehen oder Faulbäume.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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