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Gute Ampelschaltung, schlechte Wege

Fahrradfahren in Neumünster Gute Ampelschaltung, schlechte Wege

Bei den ersten Sonnenstrahlen wurden die Freizeitradler schon unruhig. Jetzt, wo das Wetter immer besser wird, hält es kaum noch einen Drahtesel im Winterlager. Ist die Kette geschmiert, funktionieren die Bremsen, ist mit dem Licht alles in Ordnung? Einige Radler checken nicht nur das eigene Equipment. Uwe Mohns zum Beispiel. Der sieht sich schon seit ein paar Wochen um: Sind die Rad-Rundtouren noch vernünftig beschildert? Fehlt ein Hinweis? Wo muss nachgebessert werden?

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Immer mit dem Fahrrad unterwegs: Uwe Mohns ist im vierten Jahr Vorsitzender der Ortsgruppe Neumünster im ADFC.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Uwe Mohns ist im vierten Jahr Vorsitzender der Ortsgruppe Neumünster im ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club – und als passionierter Radler fast immer auf zwei Reifen unterwegs. Er kennt sich aus. Und darauf baut auch die Stadt, die ihn gebeten hat, auf den vier ausgeschilderten Radtouren nach dem Rechten zu sehen. Ob „Tausend-Tannen-Tour“ Richtung Rickling, „Auf alten Handelswegen“ nach Wiemersdorf und Großenaspe, „Seen, sanfte Hügel und weiter Horizont“ nach Bordesholm oder „Wald- und Wiesentour“ nach Aukrug, Mohns meldet an Arne Lewandowski, den Torurismus-Beauftragten der Stadt, wenn etwas nicht stimmt oder fehlt. „Da lagen schon mal Schilder im Gebüsch“, erklärt er. Mohns ist inzwischen im Endspurt.

 Wie sieht die Situation der Radwege und Radstreifen generell in der Stadt aus? Sind sie in gutem Zustand, gibt es irgendwo Probleme? Der ADFC hat über den Winter wieder einen Fahrradklimatest ausgewertet. In Neumünster haben 215 Radler die 27 Fragen beantwortet – und die Stadt mit der Note 4,1 auf Platz 80 in der Kategorie „50000 bis 100000 Einwohner“ durchgereicht. Auf Platz 1 thront Bocholt.

 Das Thema Fahrraddiebstahl ist als allergrößte Schwäche kritisiert worden. Dabei sinkt die Zahl seit 2010 kontinuierlich, im vergangenen Jahr auf unter 1000, und die Aufklärungsquote schnellte nach oben, ist in der jüngsten Kriminalstatistik zu lesen. Mohns moniert darüber hinaus den Belag der Fahrradwege. „Manchmal sind das regelrechte Buckelpisten“, sagt er über einige schlecht asphaltierte Strecken. Auch wie Radfahrer oft an Baustellen vorbeigeführt werden, stört ihn. Oder die Abstellanlagen: Fahrradbügel, an denen die Zweiräder sicher angeschlossen werden können, gebe es zu wenig.

 Seit mehr als einem Jahr pflegt der ADFC mit der Stadtplanung einen regen Kontakt, man setzt auf den Rat von Mohns, schaut sich gemeinsam Pläne an. Und trotz Note 4,1 ist in Neumünster ja nicht alles schlecht. Bestens abgeschnitten hat der Winterdienst auf den Radwegen. Die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums lobt der ADFC, die Streckenführung und dass so viele Rad fahren. Ampelschaltungen für Radler seien gut, und laut Fahrradklimatest können sich Radfahrer über eine gute Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer freuen.

 Seit fast 25 Jahren gibt es die Neumünsteraner Ortsgruppe im ADFC. Das Radeln steht im Vordergrund, doch bei den zahlreichen Radtouren (Ausflüge am Wochenende, Feierabendradeln oder Flotte Pedale) sieht man oft dieselben Gesichter. Knapp 200 Mitglieder gehören zur Ortsgruppe, und Uwe Mohns wünscht sich jüngere Mitstreiter. Nicht nur Mitradler, sondern auch Clubmitglieder, die mal eine Tour begleiten oder gar führen, die sich engagieren oder sich auch verkehrspolitisch interessieren.

 Uwe Mohns rückt den Helm zurecht, schwingt sich auf sein Rad und tritt in die Pedale. Kettenschaltung und Lichtanlage sind natürlich gewartet. Der 65-Jährige radelt das ganze Jahr, ob mit seinem Tourenrad durch die Stadt oder mit dem Reiserad im Urlaub. Er ist immer unterwegs – und teilt sich nun die Radwege auch wieder mit den Freizeitradlern.

 Weitere Infos: ADFC-Ortsgruppe Neumünster, www.adfc-sh.de; Klönschnackabend am Montag, 20. April, 19.30 Uhr, Gemeinschaftshaus Gartenstadt, Domagkstraße 64; erstes Feierabendradeln der Saison (25 Kilometer), Mittwoch, 22. April, Start um 18.30 Uhr, Gemeinschaftsschule Brachenfeld, Plöner Str. 121; Info-Stand auf dem Großflecken, Sonnabend, 25. April, 10-13 Uhr neben dem KN-Pavillon.

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