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Hilfe bei Wohnungsnot

Masterplan gefordert Hilfe bei Wohnungsnot

Einen Masterplan für bezahlbares Wohnen hat am Mittwoch Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein, für Neumünster gefordert. Gewürdigt wurde in der Anscharkirche das 20-jährige Bestehen der Zentralen Beratungsstelle (ZBS) für Menschen in Wohnungsnot.

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Melanie Popp, Leiterin der ZBS, betrachtet eine der „Armuts“-Installationen der Künstlerin Jana Merkens.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Neumünster. Einen Masterplan für bezahlbares Wohnen hat am Mittwoch Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein, für Neumünster gefordert. Gewürdigt wurde in der Anscharkirche das 20-jährige Bestehen der Zentralen Beratungsstelle (ZBS) für Menschen in Wohnungsnot.

 Armut und Wohnungsnot sind auch zwei Jahrzehnte nach der Eröffnung der ZBS der Diakonie ein Thema in Neumünster. Allein im vergangenen Jahr suchten 955 Männer und Frauen die ZBS auf; seit ihrer Gründung anno 1995 waren es 13652.

 Neu war damals an der Idee: den Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf zu geben, sondern intensive Beratung sollte schon im Vorfeld verhindern, dass Mieter ihre Wohnung verlieren. In den Anfangsjahren zogen die Mitarbeiter noch durch die Parks, um Obdachlose auf das Angebot in der Gasstraße 12 aufmerksam zu machen. „Diese Werbung ist heute nicht mehr nötig. Allein im vergangenen Jahr kamen dort 165 Männer und 29 Frauen unter, weil sie sonst kein Dach über dem Kopf hatten“, rechnete ZBS-Leiterin Melanie Popp zusammen.

 Was die Klientel der Ratsuchenden angeht: „Ausstehende Mietzahlungen, Ärger mit den Nachbarn wegen psychischer Probleme oder Überforderung bei jungen Leute, die Verantwortung für die eigenen Wohnung zu tragen, sind die meisten Gründe für Kündigungen oder Räumungsklagen“, erklärte Popp. Je eher die ZBS ins Spiel kommt, desto besser ist ihre Erfahrung. Denn die Suche nach einer neuen Bleibe ist schwer. „Die meisten unserer Klienten leben von kleinen Einkommen oder Sozialleistungen. Fast alle haben Schulden. Ein Ausschlussgrund für viele Vermieter.“

 „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen in Sozialleistungsbezug gegen Flüchtlinge ausgespielt werden, wie es schon versucht wurde“, mahnte Deicke mit Blick auf den kommenden Wohnungsbedarf. Die Einrichtung in der Gasstraße finanziert die Stadt mit 300000 Euro im Jahr; 120000 Euro kommen vom Land und 140000 vom Kirchenkreis.

 Bis zum 15. November werden in der Anscharkirche neun Installationen der junger Bonner Künstlerin Jana Merkens zu den Themen Hartz IV und Obdachlos gezeigt; die Künstlerin sammelte dafür selbst Erfahrungen auf der Straße.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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