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Gut geröstet für die Zukunft

Holstein Kaffee aus Neumünster Gut geröstet für die Zukunft

Holstein Kaffee setzt auf fair gehandelten Kaffee, individuelle Mischungen und Mehrwegverpackungen. Auch Oberbürgermeister Olaf Tauras trinkt demnächst den seit 1931 in Neumünster gerösteten Kaffee im Büro. Das Unternehmen sucht in der Innenstadt nach einem Standort für eine gläserne Rösterei.

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Oben: Nach dem Rösten landen die Kaffeebohnen im Kühlsieb. Ronald Röse (links) und seine Tochter Svenja Thomas erklären Oberbürgermeister Olaf Tauras die einzelnen Schritte der Bearbeitung. Links: Ein Abfallprodukt des Röstens: Die sogenannten Häutchen der Kaffeebohnen eignen sich hervorragend als Dünger im Blumenbeet.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Es ist laut und es wird wohlig warm im zweiten Stock des Hinterhofhauses an der Kieler Straße 81. Die alte Maschine läuft auf Hochtouren und heizt und heizt. 60 Kilogramm grüne Bohnen des fair gehandelten Kaffees hat Ronald Röse hineingefüllt. Jetzt werden sie geröstet. Elf Minuten lang. Er hört, wenn es anfängt zu knacken. Ein prüfender Blick noch, dann ergießen sich die heißen, dampfenden und jetzt dunkelbraunen Bohnen aufs Kühlsieb und verströmen einen verführerischen Duft. Kaffee made in Neumünster: Holstein Kaffee.

 Den Betrieb gibt es seit 1931, in dritter Generation ist seit ein paar Jahren Svenja Thomas (38) am Ruder. Ihr Vater Ronald Röse (73) ist immer noch für das Rösten zuständig, es bringt ihm einfach Spaß. Holstein Kaffee verströmt nicht nur einen intensiven Duft, sondern auch den Charme eines alteingesessenen Familienbetriebes. Der aber gute Zukunftsaussichten hat.

 Oberbürgermeister Olaf Tauras steigt Anfang Februar („dann sind die alten Bestände aufgebraucht“) im Büro auf fair gehandelten Kaffee um. Bei der Suche nach einem, der ihm schmeckt, stieß es auf das Neumünsteraner Unternehmen. Jetzt sah er sich in der Rösterei um. „Sein“ Kaffee ist zwar noch nicht geröstet worden, denn das geschieht bei Holstein Kaffee der Frische wegen immer erst drei bis vier Tage vor Auslieferung, die einzelnen Produktionsschritte ließ er sich deshalb an fremdem Kaffee erklären.

 Die steile Holztreppe führt in den zweiten Stock des Gebäudes. Hier lagert ein Teil des Rohkaffees in Jutesäcken, und hier steht einen Raum weiter auch das Herzstück des Betriebes: die Probat-Röstmaschine. Zwei- bis dreimal pro Woche wird geröstet – in mehreren Durchgängen. 24 Tonnen Kaffee verkauft das Unternehmen pro Jahr, im Einzelhandel (Edeka- und Famila-Märkte, Teehäuser), an Kantinen, Restaurants und Cafés und an Privatkunden über das Internet. Vom milden, brasilianischen Kaffee mit der nussigen Nuance über die kräftige Hochlandmischung Mittelamerikas und den intensiven Espresso bis zum fair gehandelten Kaffee, der von einer zertifizierten Hacienda aus Honduras stammt.

 „Eigentlich ist es mit dem Kaffee wie mit dem Wein. Jedes Jahr fällt die Ernte etwas anders aus. Jedes Jahr schmeckt der Kaffee etwas anders. Deshalb mischen wir die Sorten, um einen möglichst gleichen Geschmack zu erhalten“, sagt Svenja Thomas. Der im zweiten Stock fertig geröstete Kaffee fällt durch Bodenluken in riesige, hellgrüne Schütten. Von hier aus wird abgefüllt, gewogen, etikettiert – und auf den Weg gebracht.

 Besonders begehrt sind die Mehrweggebinde: Kaffeepulver in ein- oder zwei-Liter-Eimern, die gerade den Großkunden jede Menge Müll sparen. Und der fair gehandelte Kaffee wird auch stärker nachgefragt. Es gibt außerdem individuelle Mischungen für einige Kunden. Der Kunde ist König. Gerne würden Svenja Thomas und ihr Vater denen auch zeigen, wie aus den grünen Bohnen die aromatische Tasse Kaffee wird. Schon seit einiger Zeit suchen sie in der Innenstadt einen Standort für eine gläserne Rösterei, am besten mit angegliedertem Café. Mit dem Stammsitz könnten sie sich ebenfalls einen Umzug vorstellen. Holstein Kaffee sieht sich also um, Röse und Thomas berichteten deshalb auch Oberbürgermeister Tauras von ihren Ideen. Nur den Nachbarn dürfte dann etwas fehlen: der verführerische Duft, der an Röst-Tagen durchs Viertel zieht.

 Mehr Informationen gibt es auf www.holstein-kaffee.de

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
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