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SHeff-Z steckt viel Energie ins Sparen

SHeff-Z in Neumünster SHeff-Z steckt viel Energie ins Sparen

Im Passivhaus des SHeff-Z, das Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum, an den Holstenhallen in Neumünster gibt es Informationen, Tipps und Beratung zum Energiesparen. Hier kann sich jeder selbst informieren oder an einer Führung teilnehmen. Mit dem Energiesparmobil fährt das SHeff-Z auch durchs Land.

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Es blinkt auf Knopfdruck: Das Energieeffizienzhaus-Modell beleuchtet Haus- und Gebäudetechnik. Ausstellungs-Leiterin Swea Evers liefert die Erklärungen dazu.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Der Kühlschrank ist 25 Jahre alt, gekocht wird in Töpfen ohne Deckel, der Fernseher läuft auf stand-by, hell wird’s in der Wohnung noch durch Glühlampen und beim Lüften bleibt die Heizung an? Pure Energieverschwendung! Hier kann richtig gespart werden. Das SHeff-Z, das Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum, weiß entsprechenden Rat. Im vergangenen Jahr informierten sich 2500 Besucher am Standort in Neumünster sowie 1300 im neuen Energiesparmobil, das seit Ende Juni durchs ganze Land fährt. Mit dieser Bilanz ist Ausstellungsleiterin Swea Evers sehr zufrieden.

 „Wir sind die NordBau in klein“, sagt Swea Evers beim Gang durch die Ausstellung. Und tatsächlich, was das SHeff-Z auf 200 Quadratmetern in dem Passivhaus neben den Holstenhallen zu bieten hat, deckt einen sehr weiten Bereich ab. Hier kann sich jeder selbst informieren oder an einer Führung teilnehmen, die – mit ausführlichen Erklärungen und bei entsprechenden Nachfragen – schnell zweieinhalb Stunden dauern kann. Von Wärmedämmung über Fenster, vom Scheitholzkessel über Mikro-Blockheizkraftwerke, Gasbrennwertthermen, Lüftungsanlagen, Erdwärmepumpen, Photovoltaikanlagen und einer Regenwasserstation bis zum grünen Büro und einer modernen Küche ist das Haus vollgestopft mit Technik, die beim Sparen hilft. Und das lässt sich auch ganz praktisch erklären und zeigen.

 SHeff-Z ist ein Verein mit mehr als 50 Mitgliedern aus Hochschulen, Wirtschaft und Verbänden. Die Beratung ist herstellerunabhängig, profitieren wird „nur“ die Umwelt und das Portemonnaie des Verbrauchers. Denn in jedem Haushalt lässt sich Energie sparen. Die Leute müssen nur informiert werden. Dafür beschreitet das Energieeffizienz-Zentrum verschiedene Wege.

 In der Justus-von-Liebig-Straße 4a mit der großen Ausstellung finden regelmäßig Führungen statt, dazu gibt es Fachvorträge (SHeff-Treff) und Einzel-Beratungen. Schulklassen kommen regelmäßig vorbei, die Jugendlichen werden zum Energie Checker. In der Burger-Küche im SHeff-Z gibt es Rezepte zum Stromsparen zwischen Herd und Kühlschrank (und für einen Fleisch- und einen vegetarischen Burger). Der Verein überlegt, kulturelle Veranstaltungen mit Energie zu verbinden, um weitere Zielgruppen anzusprechen. „Das könnte eine Lesung vor dem Scheitholzkessel sein“, überlegt Swea Evers. Scheitholzkessel? Das Wort Kamin würde gemütlicher klingen, dafür arbeitet aber der Holzvergaser-Heizkessel effizienter als sein kleiner Bruder, speist außerdem Heizkörper und kann ein Haus mit Warmwasser versorgen. Allerdings muss auch öfter Holz nachgelegt werden.

 Die Stromsparaktion „stromabwärts“, bei der die Teilnehmer regelmäßig ihren Zählerstand ablesen, mitteilen, Strom sparen und dann gewinnen (können), läuft auch in diesem Jahr wieder. Und das lilafarbene Energiesparmobil rollt 2016 wieder durchs Land und steht auf Messen, Aktionstagen oder bei Festen. Im Internet gibt es ein Buchungsformular.

 Ganz besonders freut sich Swea Evers allerdings auf Anfang Juni. Aus 600 Bewerbern ist das SHeff-Z ausgesucht worden, an der Woche der Umwelt in Berlin teilzunehmen. Bundespräsident Joachim Gauck lädt mit der Bundesstiftung Umwelt in den Park von Schloss Bellevue ein. Es geht um die Vorstellung zukunftsweisender Umweltprojekte. Zu der Ausstellung und dem parallel stattfindenden Vortragsangebot sollen rund 12000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Medien kommen. Dass der Verein Sheff-Z sich hier präsentieren darf, macht nicht nur die Ausstellungsleiterin stolz.

 Energiesparen kann jeder. Doch womit fängt man an? Kühl- und Gefriergeräte sind die größten Stromfresser im Haushalt. Ein 15 Jahre alter Kühlschrank kann 100 Euro Stromkosten im Jahr verursachen, ein A+++ Neugerät rund 25 Euro. LED-Lampen benötigen lediglich etwa ein Fünftel der Energie, die für eine alte Glühlampe eingesetzt wird. Da lohnt der Austausch und macht sich richtig im Portemonnaie bemerkbar.

 Gespart werden kann eben auch im Kleinen, wenn zum Beispiel

 - während des Lüftens die Heizung runtergedreht wird,

 - der Wasserkocher für das Erhitzen von Wasser beim Kartoffel- oder Nudelkochen (auch für die Wärmflasche…) benutzt wird,

 - beim Kochen der Deckel auf den Topf kommt,

 - ein Dampfgarer benutzt wird,

 - frisch gebrühter Kaffee nicht in einer Glaskanne auf einer Heizplatte steht, sondern in eine Thermoskanne umgefüllt wird,

 - der Fernseher komplett ausgestellt wird, statt auf stand-by zu laufen.

 Das tägliche Aufladen eines Mobiltelefons kostet pro Jahr im Durchschnitt keine 3 Euro. Aber das Netzteil sollte bei Nichtbetrieb nicht in der Steckdose bleiben. Es zieht nämlich trotzdem Strom.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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