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THW färbt Neumünster blau

Bundesjugendlager ab 3. August THW färbt Neumünster blau

Auf die Stadt kommt Großes zu – und viel Blaues. Das Technische Hilfswerk (THW) richtet mitten in Schleswig-Holstein vom 3. bis 10. August das 16. Bundesjugendlager aus. Eine logistische Mammutaufgabe.

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In knapp drei Wochen wird's hier voll. Auf dem BIMA-Gelände und auf den Parkflächen an den Holstenhallen (im Hintergrund) schlägt das THW seine Zelte zum Bundesjugendlager auf. Geschäftsführer Stefan Tahn steckt steckt mitten in den Planungen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. 4000 Kinder, Jugendliche und Betreuer werden eine Woche lang ihre rund 500 Zelte rund um die Holstenhallen aufschlagen. Sie müssen unterhalten, bespaßt, versorgt und verpflegt werden. Aber wenn das THW so etwas anpackt, dann läuft’s.

 Fahnen, Banner, Fahrzeuge, Hinweisschilder, Shirts – alles in THW-blau. Die Stadt wird dekoriert. Und die Organisatoren sehen deswegen keinesfalls rot. Stefan Tahn, Geschäftsführer für den THW-Bereich Neumünster, steckt seit Jahresbeginn in den Planungen. Die Wände im Besprechungsraum an der Niebüller Straße sind mit Grafiken und Tabellen zugepflastert. Alles ist minutiös geplant.

 Am Mittwoch, 3. August, ist Anreise. Aus dem gesamten Bundesgebiet kommen die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. Mit im Gepäck: ihre eigenen Zelte, Feldbetten oder Luftmatratzen. Eine Hälfte der Autobahnraststätte Brokenlande ist reserviert. Hier befindet sich der erste Meldekopf. Von dort geht es mit Lotsen zu den Holstenhallen, wo die Ortsverbände auf den Parkflächen Nord oder Süd auf einer Parzelle ihr Lager aufbauen dürfen. Kommt es zum Stau, werden die THW-Wagen auf das Gelände neben dem Stahlwerk in der Rendsburger Straße geleitet und zwischengeparkt, bis wieder Platz ist.

 Apropos Platz. Das Holstenhallen-Gelände nebst Parkplätzen ist fürs Technische Hilfswerk reserviert, sämtliche Hallen auch. Auf dem benachbarten BIMA-Gelände werden jetzt bereits die 42 Zelte für das sogenannte Funktionspersonal aufgebaut. 168 Löcher sind in den Asphalt gebohrt, Ösen gesetzt, um die Zelte zu befestigen. Eine stabile Holzrampe ist gezimmert. Die Fahrzeuge können auf der Parkfläche an der Rendsburger Straße oder am Lokschuppen abgestellt werden. Eine Halle auf dem Gelände der Hindenburg-Kaserne ist angemietet als Materiallager. Die großen Gerätekraftwagen und Einsatzfahrzeuge werden dort geparkt, auch Mechaniker sind bereit für Notfälle. Es gibt einen eigenen Sanitätsdienst und ein Deeskalationsteam. Außerdem übernehmen acht Busse einen Pendelverkehr. THW eben.

 Das Bundesjugendlager wird bestens ausgestattet. Dieses Wochenende beginnen die Ehrenamtler mit dem Befüllen von 8000 Sandsäcken. Mit denen werden Wasserleitungen gesichert und abgedeckt. Jedes einzelne Zelt bekommt einen Stromanschluss. „Die Jugendlichen wollen ja ihre Smartphones aufladen“, sagt Tahn. Es gibt verschiedene Sanitärbereiche, in der Holstenhalle 5 werden Duschen aufgebaut. In den Hallen 1 und 2 wird die Verpflegung verteilt und verzehrt. Der Caterer der Holstenhallen sorgt dafür, dass alle satt werden.

 Workshops (von der Knotenkunde über Erste Hilfe bis zum Koch-Event), Ausflüge, Besichtigungen – die Ortsverbände bekommen ein reichhaltiges Angebot, wenn sie wollen. Am Sonnabend, 9. August, findet dann auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule Brachenfeld der Bundeswettkampf statt. Das sind praktisch die Deutschen Meisterschaften der THW-Jugend. Norderstedt tritt als Landessieger für Schleswig-Holstein an. Tahn erwartet auch jede Menge Schlachtenbummler aus dem Teilnehmer-Kreis des Bundesjugendlagers. Aber auch eine Richtfunkverbindung zu den Holstenhallen ist geplant.

 Discos, Live-Musik, Lagerfeuer bringen abends die jungen Teilnehmer zusammen, die tagsüber lieber Ausflüge nach Eckernförde, Büsum, Haithabu, zum Miniatur-Wunderland nach Hamburg oder in den Hansa-Park nach Sierksdorf machen. Der Sommermarkt lockt auf den Großflecken in Neumünster, das Designer Outlet Center mit Rabatten für die THW’ler. Das Bad am Stadtwald ist eine weitere Alternative. Und für alles ist nur eine Woche Zeit.

 Stefan Tahn ist die Ruhe selbst, nimmt sich Zeit für Gespräche. Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Technisches Betriebszentrum, Polizei – die Zusammenarbeit klappt reibungslos. Und so soll es auch ab 3. August weitergehen. „Das ist halt THW – ganz oder gar nicht“, erklärt Tahn. Wenn die Ehrenamtler in blau etwas anpacken, dann läuft’s eben.

 Und was kostet das? Stefan Tahn rechnet mit einer Million Euro, finanziert durch Teilnehmerbeiträge, unterstützt von den örtlichen Helfervereinigungen und natürlich aus dem Haushalt des THW-Bundesverbandes. „Ich freu’ mich auf das Lager und lachende Kinder, die eine Woche lang Spaß haben. Die Arbeit soll sich schließlich auszahlen“, sagt Tahn.

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