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„Achtung!“ – und dann fällt die Eiche

Baumfällungen in den Wäldern „Achtung!“ – und dann fällt die Eiche

„Achtung!“ Die Stimme von Forstwirt-Azubi Bennet Ladewig tönt durch den Wald in Faldera. Langsam neigt sich die Eiche, kippt über den Wanderweg und kracht zu Boden. In den städtischen Wäldern wird in diesen Tagen gefällt. Aus Sicherheitsgründen müssen einige Bäume verschwinden. Zu viel totes Holz gefährdet die Spaziergänger.

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„Je kleiner die Waldfläche, desto größer ist der Verkehrssicherungsaufwand“: In Faldera stehen vor allem die Eichen am Wanderweg südwestlich der Husumer und südlich der Glückstädter Straße zu eng. Forstwirt-Azubi Bennet Ladewig setzt die Säge an.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Wegen der Setz- und Brutzeiten gibt es klare naturschutzrechtliche Regelungen. Gefällt und gerodet werden darf nur bis zum 1. März. Wälder und Forsten sind davon aber ausgenommen. Die Stadt versucht dennoch, größere waldbauliche Durchforstungen noch während des Winterhalbjahres abzuschließen. Jetzt geht es um Verkehrssicherungsarbeiten. Und die sind unumgänglich, wie Dietrich Busch, der bei der Stadt für die Wälder zuständig ist, erklärt.

Baumfällarbeiten finden zurzeit in den städtischen Wäldern in Neumünster statt - aus Sicherheitsgründen.

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 Stehen die Bäume zu eng, nehmen die Kronen sich gegenseitig das Licht, die Äste sterben ab und werden dann schnell zur Gefahr. An Wanderwegen, in der Nähe von Waldkindergärten, bei Spielplätzen oder dem Kinderferiendorf muss also dringend gefällt werden. Und so finden in diesen Tagen die Arbeiten im Wald in Faldera an der Ehndorfer Straße (Stadtausgang) statt, der Waldrand wird aufgelichtet.

 Auch im Stadtwald müssen die Forstarbeiter „ran“, Schwerpunkt sind hier Flächen rund um das Kinderferiendorf und die Tierauffangstelle. Insgesamt gehören der Stadt Neumünster 400 Hektar Wald – der Besitz ist allerdings weit verstreut. Der Stadtwald umfasst rund 100 Hektar, in fast gleicher Größenordnung gibt es noch ein Waldgebiet bei Wasbek. Der Rest ist kleiner. „Je kleiner die Waldfläche, desto größer ist der Verkehrssicherungsaufwand“, so Busch.

 Für die Fällarbeiten müssen Abschnitte gesperrt werden, wie gerade in Faldera. „Fällen wir in der Nähe von Bahnschienen, müssen wir den Sicherungsdienst der Bahn einschalten. An der Autobahn versuchen wir große Abstandsflächen einzurichten“, sagt Busch – mindestens eine Baumlänge. Dann kann problemlos gefällt werden. Das geschieht bei fast jedem Wetter. „Allerdings können wir nicht immer Holz rücken.“ Sind die Wege vom Regen aufgeweicht, wäre der angerichtete Schaden größer als der Erlös aus dem Holzverkauf.

 Bennet Ladewig, der den letzten Baum im ersten Abschnitt in Faldera umlegt, geht professionell ans Werk. Es dauert nur wenige Minuten, bis der Baum exakt platziert zu Boden fällt. Erst wird der Fällkeil herausgeschnitten, eine Bruchleiste bleibt stehen. Ein Halteband, Stiche von zwei Seiten, ein kleiner Schnitt – „Achtung!“ – und dann fällt der Baum. Die Fällarbeiten sind in fünf Abschnitte eingeteilt, danach geht es mit dem Hubsteiger nach oben und an die toten Äste. In zwei Wochen soll alles erledigt sein. Dann sind Spaziergänger, Hundehalter und Radler wieder sicher im Forst. „Trotzdem geht jeder auf eigene Gefahr in den Wald und ist für sich selbst verantwortlich“, betont Busch.

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