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Insolvenz ist vom Tisch

Dachdeckerei Jürgens Insolvenz ist vom Tisch

Die bitteren Zeiten der Insolvenz sind nach sieben Monaten vorbei. Ab dem 1. September setzt die Neumünsteraner Dachdeckerei Klaus-Uwe Jürgens ihren Betrieb als neugegründete Gesellschaft fort.

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Klaus-Peter Jürgens Freut sich, dass seine Dachdeckerei nach einer Insolvenz Anfang September als neue Gesellschaft den Betrieb fortsetzen kann.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Das war eine harte aber auch lehrreiche Zeit“, berichtet Klaus-Peter Jürgens. Zusammen mit seinem Sohn Klaus-Uwe ist der Dachdeckermeister wie bisher auch in dem neugegründeten Betrieb geschäftsführender Gesellschafter. Im Februar dieses Jahres hatte Jürgens Senior, wie berichtet, die Notbremse gezogen und beim Amtsgericht Neumünster Insolvenzantrag gestellt. Zwei Großkunden waren pleite gegangen und konnten die Rechnungen der Dachdeckerei nicht mehr bedienen.

 „Wir waren deshalb nicht mehr in der Lage, die Sozialabgaben und Steuern trotz voller Auftragsbücher termingerecht abzuführen“, berichtet Klaus-Peter Jürgens, warum er den bitteren Gang zum Amtsgericht als unausweichlich angesehen hatte. Der eingesetzte Insolvenzverwalter bescheinigte der Dachdeckerei auf Grund der guten Auftragslage aber gute Zukunftsaussichten. So konnte der Betrieb weiter gehen. Es gab keine Entlassungen.

 „Wir haben die kaufmännische Seite nicht genügend beachtet und mussten dafür Lehrgeld zahlen“, räumt Klaus-Peter Jürgens jetzt selbstkritisch ein. So habe man unter anderem versäumt, Lieferverträge neu zu verhandeln, um sie der wirtschaftlichen Situation anzupassen. „Das hat natürlich die Gewinnmargen gedrückt“, so der Firmenchef. Auch sei man mit säumigen Zahlern wohl zu nachsichtig umgegangen. Da er weiterhin hauptsächlich als Sachverständiger und Gutachter tätig sein werde und Sohn Klaus-Uwe für das operative Geschäft volle Konzentration brauche, werde durch eine personelle Umstrukturierung der kaufmännische Bereich ab sofort auf neue Beine gestellt.

 In den vergangenen Monaten wurde ein dezidierter Wirtschaftsplan über die kommenden fünf Jahre aufgestellt. „Damit konnten wir ein Geldinstitut überzeugen, uns einen Kredit zu gewähren, um das Firmenmobiliar samt EDV, Fahrzeugen, Maschinen und Werkzeugen aus der Insolvenzmasse zurückzukaufen“, beschreibt Jürgens, wie der Neustart gelungen ist. Beide Gesellschafter mussten dafür ihr privates Vermögen, darunter den gesamten Immobilienbesitz, als Sicherheit einbringen.

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