12 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Rumänen wollen die Vielfalt leben

Interkulturelle Woche Rumänen wollen die Vielfalt leben

Die Interkulturelle Woche nahm der Verein Evangelisch-Rumänische Gemeinde Neumünster zum Anlass, sich gut 100 Gästen vorzustellen. Der Zusammenschluss von Rumänen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, lebt die Vielfalt und fördert die Integration, indem Beziehungen gestärkt werden.

Voriger Artikel
Das Festival zog 8000 Besucher an
Nächster Artikel
Jede Menge Müll auf dem Stundenplan

Rumänische Leckereien werden an die Gäste verteilt, am Stand herrscht dichtes Gedränge.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Ausgelassene Stimmung, ein geschmückter Saal, viel Musik und der Duft von süßem rumänischen Gebäck: Im Bildungszentrum Vicelinviertel an der Kieler Straße in Neumünster gab es etwas zu feiern. Vor gut 100 Gästen stellte sich der im Juli gegründete Verein Evangelisch-Rumänische Gemeinde in Neumünster vor – ein Zusammenschluss von Rumänen, die hier eine neue Heimat gefunden haben.

Sie haben sich die Integration und den Erhalt der Vielfalt auf die Fahnen geschrieben, wollen aber auch die menschlichen Beziehungen stärken und ihre Sprache und Kultur der nächsten Generation weitergeben. Zum Vorstellungsfest im Rahmen der Interkulturellen Woche kam dann auch eine bunte Schar unterschiedlicher Nationalitäten: Deutsche, Türken, Syrer und jede Menge Rumänen. 712 von ihnen wohnen in Neumünster (Stand 30. Juni). Mit nur fünf Familien traf sich seit knapp anderthalb Jahren Pastor Benone Codin, der seit drei Jahren in Deutschland wohnt. Inzwischen kommen zu den Treffen rund 160 Rumänen. Am 24. Juli wurde in diesem Jahr dann der Verein gegründet.

Vielfalt spiegelte sich im Programm der Feierstunde wider, musikalische Darbietungen unter anderem vom Kinderchor unterhielten die Gäste. Benone Codin berichtete, dass sich der Verein dreimal in der Woche trifft: eine Kinder- und eine Theatergruppe gehören dazu, außerdem zwei Chöre. Gottesdienste fanden zunächst in den Privatwohnungen statt, danach in einer stillgelegten Werkhalle. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach einem neuen Ort.

Ansprechpartner waren da auch die Pastoren Simone Bremer und Gerson Seiß von der Vicelin-Kirchengemeinde. Ein Gesprächstermin wurde vereinbart, denn die Rumänen würden sich gerne nach dem sonntäglichen Gottesdienst in der Kirche treffen. „Wie würden Sie in der Kirche taufen?“, fragte Seiß. Bei den Baptisten gehört die Ganzkörpertaufe zum Ritual – das Vicelin-Taufbecken ist zu klein. „Vielleicht ein Planschbecken?“, überlegte Codin. Er hat aber auch schon im Einfelder See die Zeremonie vollzogen.

Die Evangelisch-Rumänische Gemeinde hat sich bereits beim Runden Tisch für Toleranz und Demokratie vorgestellt und beim Forum der Vielfalt, außerdem an zahlreichen Aktionen beteiligt. Unterstützt wird sie nicht nur vom Bildungszentrum und vom Runden Tisch, auch von der Ditib Moschee, wo sie das Büro nutzen dürfen. Und von Ibrahim Ortacer. Vielfalt eben, denn Ortacer ist in der Türkei geboren und 2002 nach Deutschland gekommen. „Wir sprechen vielleicht nicht dieselbe Sprache und gehören nicht derselben Religion an, aber menschlich haben wir mehr als 1000 Gemeinsamkeiten“, sagte er.

Der Verein hilft Mitgliedern bei Behördengängen und bei Ärzten. „Wir wollen eine Bereicherung und ein Teil dieser Stadt sein“, sagte Benone Codin. Während die Kinder durch den Innenhof des Bildungszentrums tobten, trafen sich immer mehr Erwachsene zum Gespräch. Gelebte Vielfalt.

Malwettbewerb

Die Gewinner des Malwettbewerbs, den die Türkische Gemeinde in Neumünster in Kooperation mit dem Forum der Vielfalt im Rahmen der Interkulturellen Woche veranstaltet hat, stehen fest. Die Kinder haben ihren Lieblingsort in Neumünster gemalt. Den ersten Preis belegt Joanna Mehrdjeu, gefolgt von Ali Sahin und Cemre Balci. Zur Jury gehörten Babett Schwede-Oldehus (CDU), Elke Christina Roeder (SPD) und Eilean Layden von der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Neumünster.

Abschlussfest am Sonntag

Der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie gestaltet zum Ende der Interkulturellen Woche ein buntes Abschlussfest unter dem Motto „Wir sind Neumünster“. Am Sonnabend, 1. Oktober, ab 15 Uhr wird in der Klaus-Groth-Schule ein Programm von Kunst, Kultur und Kulinarischem präsentiert. Der Eintritt ist frei. Mehr Informationen auf www.nms-bunt-statt-braun.de im Internet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

THW-Liveticker!

THW-Spieltage online
live verfolgen, mit
dem THW-Liveticker

Neumünster Events

Veranstaltungen in
Neumünster. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3