25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Irene in einer fremden Welt

Aus Tansania nach Neumünster Irene in einer fremden Welt

Für die junge Tansanierin Irene Marenge heißt es nach einem Jahr Aufenthalt in Neumünster Abschied zu nehmen. Die 26-Jährige hat hier den Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst absolviert. Beeindruckt haben sie unter anderem Schnee, funktionierende Bus- und Bahnlinien und Mülltrennung.

Voriger Artikel
Stabwechsel an den Berufsschulen
Nächster Artikel
Frische Farbe und neue Ideen

Den Kindern der Betreuten Grundschule Gadeland hat Irene Marenge in mehreren Projekten gezeigt, wie aus einer Kakaobohne aus ihrem Heimatland Tansania leckere Schokolade gemacht wird.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. „Ich habe vieles kennengelernt, was in dieser Form in meinem Heimatland nicht existiert“, berichtete Irene Marenge als sie jetzt bei einer Andacht in der Anscharkirche mit einem Reisesegen von Propst Kurt Riecke verabschiedet wurde. Beeindruckt habe sie die für sie nahezu perfekte Verkehrsinfrastruktur mit Zügen und Buslinien sowie das System der Müllabfuhr samt der Mülltrennung. „Bei uns wird der anfallende Müll in jedem Haushalt einfach hinter der Hecke verbrannt.“

 Mit zwei Koffern im Gepäck landete Marenge vor einem Jahr auf dem Hamburger Flugplatz. Es war mit acht Grad unter Null und heftigen Schneeschauern ein für die Tansanierin bisher nie erlebter eisiger Empfang. Winter und Schnee sind in Tansania unbekannt. Zwölf Stunden zuvor hatte sie sich auf dem Internationalen Airport Kilimanjaro am Rande der Metropole Moshi bei sommerlichen 25 Grad von ihren Eltern verabschiedet. In Hamburg wurde sie von einer Delegation des Kirchenkreises Altholstein, zu der auch Silke Leng von der ökumenischen Arbeitsstelle gehörte, empfangen. Die Diakonin hatte zusammen mit dem Flensburger Verein Artefact über ein Jahr daran gearbeitet, dass die junge Frau ein Freiwilligenjahr beim Kirchenkreis absolvieren konnte. „Am schwierigsten war es, von der Deutschen Botschaft in der tansanischen Hauptstadt Daressalam ein Aufenthaltsvisum für Irene zu erhalten“, berichtete Silke Leng rückblickend.

 In Neumünster bezog sie für drei Monate Quartier im Haus von Silke Leng. Später zog sie in die ehemalige Küsterwohnung der Anschargemeinde um und führte dort ein eigenständiges Leben. Als erste Aufgabe galt es, Winterkleidung zu besorgen. Das Leben in Deutschland ist teuer, lautete ihre erste wichtige Erkenntnis nach einer Shopping-Tour. Sie arbeitete als Assistentin im Kirchenkreis und als Kinderbetreuerin der Kirchen-Kita in Gadeland und erklärte dort den Kindern der betreuten Grundschule, wie aus tansanischen Kakaobohnen Schokolade wird. Nebenher wurde fleißig an der Walther-Lehmkuhl-Schule die deutsche Sprache gepaukt.

 Irene Marenge hofft, nach ihrer Rückkehr einen Job bei einer Gesellschaft für Frauenrechte in Daressalam zu erhalten. Wenn nicht, möchte sie ein Masterstudium beginnen. Sie hat einen College-Abschluss mit dem Fachgebiet Internationale Beziehungen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3