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Junge Türken auf Bildungsreise

Jugendbegegnung Junge Türken auf Bildungsreise

Einen Waldkindergarten besuchte jetzt eine Gruppe aus zehn türkischen Erzieherschülern in Neumünster. Sie lernen nicht nur die Gepflogenheiten des Landes kennen, sondern besuchen verschiedene Bildungseinrichtungen, um deren sozialpädagogische Konzepte kennenzulernen.

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Die türkische Schülergruppe besuchte am Freitag den Waldkindergarten Neumünster.

Quelle: Fatima Krumm

Neumünster. Die einen richten große Augen, die anderen Handykameras auf die kleinen Kinder. Die zeigen einer Gruppe türkischer Schüler gerade ihre Schaukel und Höhlen und Hängematten ihres Waldkindergartens.„So etwas gibt es bei uns nicht“, sagt die 17-jährige Begüm. „Wenn ich ein Kind habe, melde ich das hier an“, sagt sie vor lauter Begeisterung. Am Mittwoch reisten die zehn Schüler aus der Türkei an, um sich mit angehenden Erziehern der Elly-Heuss-Knapp-Schule auszutauschen.

Die Deutschlandreise der türkischen Gästegruppe ist in doppelter Hinsicht eine Bildungsreise.  An ihrem zweiten Tag in Neumünster haben die Schüler den Waldkindergarten besucht. Der Kieler Shahabettin Atli von der deutsch-türkischen Gemeinde und Adnan Tas, Vorsitzender eines internationalen Kulturvereins, begleiten die Gruppe als Übersetzer. Tas lebte lange Jahre in Deutschland. Jetzt arbeitet er wieder in Hatay. Die Heimatstadt der Jugendlichen liegt im südöstlichen Teil der Türkei, direkt an der syrischen Grenze. Die Luftlinie nach Aleppo beträgt 100 Kilometer.

In den nächsten Tagen sind weitere Kita- und Schulbesuche geplant. „In der Türkei ist alles strikter, da ist auswendig lernen wichtig. Hier in Deutschland geht es mehr um Kompetenzen und Verantwortung lernen“, erklärt Übersetzer Tas. „Bei uns wird mehr kontrolliert, hier sind die Kinder freier“, benennt Begüm die Unterschiede.

Damit die türkischen Gäste neben dem Bildungssystem auch Schleswig-Holstein kennenlernen, stehen Exkursionen nach Kiel, Laboe und an die Westküste auf dem Programm.

Schon vom ersten Tag an gefällt es den Schülern sehr gut in Deutschland. „Die Menschen sind sehr gastfreundlich“, sagt Begüm. Einen Unterschied zu ihrer Heimat sie auch gleich bemerkt: „Hier ist alles so sauber und ordentlich. Und es gibt viele Grünanlagen." Nur das Essen, das schmecke ihr hier nicht.

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