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Kostenexplosion sorgt für Streit

Jugendzentrum AJZ Kostenexplosion sorgt für Streit

Der Zoff im Bauausschuss um das neue Heim für das Jugendzentrum AJZ und Kreativwerkstätten an der Anscharstraße scheint vorprogrammiert: Die CDU lehnt das Projekt angesichts der explodierten Kosten ab.

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Das alte Industriegebäude an der Anscharstraße soll neuer Standort für die Aktion Jugenzentrum (AJZ) werden. Derzeit steht das Gebäude leer, Fenster sind verbrettert oder eingeschlagen, Graffiti an den Wänden und rundherum liegt viel Müll.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Die SPD wundert sich auch über die Kosten von 3,1 Millionen Euro, akzeptiert aber das neue bauliche Konzept.

Dieses sieht eine vertikale statt eine horizontale Aufteilung des ehemaligen Tuchfabrik-Gemäuers vor. Durch Brandschutz-Bestimmungen und einen „zweistöckigen“ Veranstaltungssaal, Barrierefreiheit und Baukostensteigerung ist das Bauvorhaben jedoch um eine satte Million Euro teurer geworden, gefällt der SPD aber „deutlich besser“, wie Fraktionsvorsitzender Volker Andresen erklärte. Er wies auch auf die traditionsreiche Geschichte des AJZ (Aktion Jugendzentrum) hin: „Das ist das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum in ganz Deutschland.“

Esther Hartmann (BfB), die sich gemeinsam mit Andresen am noch aktuellen, aber unzulänglich gewordenen AJZ-Standort an der Friedrichstraße umgeschaut hatte, ergänzte: „Das war rappelvoll bei unseren Besuch. Außerdem wird dort ein gutes Stück Jugendsozialarbeit geleistet, fast schon Amtshilfe für den Allgemeinen Sozialen Dienst.“

Dennoch empörte sich auch Hartmann: „Durch diese Verteuerung hat das Architektenbüro die Ausschreibung verlassen.“ Jeder private Bauherr, der den Baukostenindex nicht richtig berechne, würde „in die Insolvenz gehen“. Auch SPD-Ratsfrau Dannheiser kündigte für die Bauausschuss-Sitzung am 7. Juli (17.30 Uhr) einen Fragenkatalog an die Stadtplanung an.

Immerhin konnte Stadtplaner Bernd Heilmann auf Anfrage versichern, dass die Stadt selbst bei einer Projektverzögerung keine Fördermittel verlieren würde. Die CDU bleibt bei ihrer angekündigten Linie, lieber einen anderen Standort zu suchen, als das AJZ teuer in einer Industriebrache aus der Hoch-Zeit der Textilproduktion anzusiedeln.

„Für den Quadratmeterpreis von 3200 Euro könnte man anderswo einen Luxusbau errichten“, kommentierte Hauke Hahn, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion. Ihr Vorsitzender Gerd Kühl macht sich noch andere Sorgen: „Da sind so viele Aktivitäten geplant, dass ich prompt Personal-Folgeanträge befürchte.“

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