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Kapazitäten der Tafel ausgeschöpft

3500 Bedürftige Kapazitäten der Tafel ausgeschöpft

Am Existenzminimum lebende Rentner gehören mittlerweile zum größten Kundenkreis der Neumünsteraner Tafel. An wöchentlich zwei Ausgabetagen werden rund 3500 Bedürftige mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt. „Damit sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft“, erklärt Tafel-Chefin Christina Arpe.

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Ehrenvolle Tafelarbeit: Walter Thiemann (links) sortiert ehrenamtlich die Lebensmittel, die Sergej Bachmann als Beifahrer täglich bei Lebensmittelmärkten einsammelt und die zweimal pro Woche bei der Neumünsteraner Tafel an Bedürftige ausgegeben werden.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Es ist Donnerstag. Die Menschenschlange am Sitz der Tafel an der Kieler Straße ist sehr lang. „Wir versorgen rund 3500 Bedürftige. Alle warten geduldig darauf, dass die Lebensmittelausgabe beginnt. Bereits seit Wochenanfang haben die rund 62 ehrenamtlichen Tafelhelfer mit den Kühlwagen der Tafel täglich Supermärkte angefahren und über Brot, Gemüse und weitere Grundnahrungsmittel wie Milch, Joghurt, Aufschnitt alles kistenweise eingesammelt. „Ich bin fünf Tage in der Woche und täglich rund sechs Stunden als Beifahrer auf Sammeltour“, berichtet Sergej Bachmann. Seit anderthalb Jahren engagiert sich der Neumünsteraner bei der Tafel. Der 58-Jährige ist arbeitslos und macht sich keine Hoffnungen mehr darauf, in seinem erlernten Beruf noch eine Anstellung zu bekommen. „Nur Fernsehen und nichts um die Ohren haben, ist mir ein Greuel. Hier habe ich Freunde und eine Beschäftigung, die mir Spaß bringt“, begründet Bachmann sein Engagement. Beim Entladen des Lieferwagens hilft ihm Walter Thiemann. Der arbeitslose Drucker ist seit knapp einem Jahr dabei.

 Das Sortierteam lagert die Waren in den dafür vorgesehenen Regalen. „Diese Arbeit ist die Grundlage dafür, dass wir nicht den Überblick über unsere Bestände, aber auch Haltbarkeitsdaten verlieren“, erklärt Ellen Schiemek. Sie kam vor zehn Jahren als Ein-Euro-Jobberin zur Tafel. Mittlerweile leitet sie seit sechs Jahren ehrenamtlich die Ausgabe am Donnerstag und Freitag. „Es ist wunderbar, die glücklichen Gesichter unserer Kunden zu sehen. Das ist unser Lohn“, so Schiemek.

 Seit einigen Jahren nimmt die Tafel allerdings keine neuen Kunden mehr auf. „Wir versorgen rund 3500 Bedürftige. Damit sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft“, erklärt Christina Arpe. Der Tafel-Chefin bereitet die drastisch zunehmende Zahl von in Armut lebenden Rentnern Sorgen. Über 70 Prozent der Tafelkunden seien Rentner, die ein kärgliches Leben mit einer minimalen Grundsicherungsrente führen. „Da kommt auf uns in den nächsten Jahren noch einiges zu“, glaubt Arpe. Flüchtlinge seien momentan noch kein Thema.

 Die Tafel ist aber nicht nur auf die Lebensmittelspenden von Supermärkten und Privatpersonen angewiesen. Um die Betriebskosten zu finanzieren, braucht die Tafel Geldspenden. Deshalb freute es Christina Arpe, als jetzt der Shanty-Chor Paloma aus Neumünster einen Scheck über 1000 Euro für die Kindertafel überreichte.

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