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Versammlung der Mitglieder unter Polizeischutz

Kinderschutzbund Neumünster Versammlung der Mitglieder unter Polizeischutz

Dass eine Mitgliederversammlung des Kinderschutzbundes Neumünster unter Polizeischutz beginnt, hätte sich wohl niemand träumen lassen. Die Fronten zwischen ehemaligen Ehrenamtlern und dem Geschäftsführer mit Vorstand sind so verhärtet, dass die Sitzung kurzerhand weder für die Öffentlichkeit noch für Nicht-Mitglieder zugänglich war.

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Hau den Lukas mit dem Kinderschutzbund gab es auf der Holstenköste. Jetzt ging das Spiel verbal zwischen den Mitgliedern weiter.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster. „Im Vorwege wurden Tumulte angekündigt, und diese Sitzungen sind generell nicht öffentlich“, begründete Geschäftsführer Till Pfaff das Hinzuziehen zweier Polizeibeamten. Diese verwiesen unter anderem Ellen Hansen des Saales. „Gäste waren bisher immer erlaubt, ich durfte nicht einmal zuhören“, beschwert sich die 74-Jährige, die 21 Jahre lang ehrenamtlich am Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes gesessen hat und 15 Jahre im Vorstand war.

Anstoß der monatelangen Querelen war der Ausschluss von sieben ehrenamtlichen Telefonberatern im Herbst 2015. „Eine vernünftige Begründung haben wir dafür nie bekommen“, erklärt Hildis Schleifer, die sich sieben Jahre ehrenamtlich engagierte. Sie ist Mitglied und durfte somit auch zur Jahresversammlung. „Dort wurde unsere Arbeit erneut diffamiert, und es wurden Lügen erzählt“, sagte die 68-Jährige.

Schleifer berichtete, dass damals veraltete Methoden der Ehrenamtler als Argument angeführt wurden, „eine echte Begründung gab es nie, und es wird auch nicht mit uns gesprochen“. Zu den Gründen des Ausschlusses schweig Geschäftsführer Pfaff, machte aber deutlich, dass es nach dem Ausschluss ein Gespräch gegeben habe, aber irgendwann auch ein Schlussstrich unter die Debatte gezogen werden müsse.

Knut Matz wurde laut eines Schreibens wegen negativer Kommentare und wegen Hausfriedensbruchs mit tätlichem Angriff auf den Geschäftsführer ausgeschlossen. Bei der Versammlung wehrte er sich: „Unsere Tätigkeit ist nicht wie die anderer Ehrenamtler beobachtbar, man sitzt im stillen Kämmerlein und berät anonym“. Somit könne der Vorstand nicht über seine Arbeit urteilen. Zum Vorwurf des tätlichen Angriffs sagt er: „Glaubt jemand wirklich, dass ich mit meinen 78 Jahren einen rüstigen jungen Mann angreifen würde, zumal er von einer zupackenden Vorsitzenden unterstützt wurde?“

Am Ende der fünfeinhalbstündigen Sitzung, auf der mit Bettina Boxberger eine neue stellvertretende Vorsitzende für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Ralf Witte gewählt wurde, bleibt auf beiden Seiten Erschöpfung: „Es ist schade, wie wir behandelt werden“, sagen Schleifer und Hansen. Till Pfaff will mit der Versammlung einen Abschluss der Querelen finden und sich auf die eigentliche Arbeit des Kinderschutzbundes konzentrieren.

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