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„Knast“-Bus mit modernster Technik

Für den Gefangenentransport „Knast“-Bus mit modernster Technik

Amtsinspektor Bernd Pagel ist sichtlich zufrieden mit seinem rollenden Arbeitsplatz: 560000 Euro hat sich das Land den neuen Bus der Justizvollzugsanstalt Neumünster kosten lassen, die zuständig ist für den Gefangenentransport aus Schleswig-Holstein nach Hamburg. Das 380 PS starke Gefährt hat jede Menge technische Neuerungen an Bord.

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Bernd Pagel mit dem neuen Transportbus, einer Spezialanfertigung, die in Finnland gebaut wurde. Der 380-PS-Motor braucht 25 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Klimaanlage, endlich Sicherheitsgurte für die Gefangenen, die in den elf Zellen (Ein- bis Fünf-Mann-Besetzung) auf den „Hartschalen“ nicht ganz so komfortabel thronen wie der 53-jährige Transportleiter und jeweils zwei Begleiter auf Luft gefederten, drehbaren Polstersitzen. Zwei Zellen sind neuerdings Video überwachbar. „Bei Suizidgefahr oder aus psychischen Gründen“, erklärte Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki.

 Den Auf- und Innenausbau des Fahrgestells samt Motor von Volvo hat die finnische Firma Kiitokori als Spezialanfertigung besorgt. „Deshalb funktioniert die Heizung mit Gebläse auch so schnell und gut“, ist Pagel überzeugt. Alles ist so solide verarbeitet, dass kein „Möbel“ herausgerissen werden kann. Die Zellentüren (mit Sprechklappe) sind automatisch als auch von Hand mechanisch zu öffnen. Jede Zelle verfügt über eine Notrufanlage. Und ganz besonders freut sich Pagel über die automatische Brandmelde- und Löschanlage in Motornähe.

Amtsinspektor Bernd Pagel ist sichtlich zufrieden mit seinem rollenden Arbeitsplatz: 560000 Euro hat sich das Land den neuen Bus der Justizvollzugsanstalt Neumünster kosten lassen, die zuständig ist für den Gefangenentransport aus Schleswig-Holstein nach Hamburg.

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 Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern steuert der Bus dienstags die Anstalten Kiel, wieder Neumünster, Hamburg, Itzehoe, nochmals Kiel und wieder Neumünster für den Gefangenenaustausch an. Der wird fällig bei Auftritten vor Gericht, Anstaltswechsel zum Beispiel in einen Knast in Familiennähe. Beim Donnerstags-Transport werden „Knackis“ aus Lübeck und Flensburg in Kleinbussen nach Neumünster gebracht, bevor der „Große“ seine Runde startet.

 Zwischenfälle gibt es bei Gefangenentransporten offenbar selten. 1999 ist Pagel mit Radlagerschaden in Hennstedt/Kreis Steinburg liegengeblieben und musste Ersatzfahrzeuge ordern. Und einmal fuhr ein Kollege in Hamburg auf einen Pkw auf, der frech vor dem Bus eingeschert war. Die Polizei witterte prompt versuchte „Gefangenenbefreiung“. Sternförmig sollen 20 Peterwagen die Unfallstelle angesteuert haben. „War aber gar nichts los“.

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