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Trotz Pass-Panne fast pünktlich

Tscherno-Kids sind da Trotz Pass-Panne fast pünktlich

Die Pässe mit den Visa kamen gerade noch rechtzeitig. Und um den Unfalls auf der A 7 nahm der Busfahrer spontan einen Umweg: Kurz nach 16 Uhr standen die kleinen Reha-Gäste aus der Ukraine am Freitag – fast – pünktlich vor der Gemeinschaftsschule Faldera in Neumünster.

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Sie sind da! Auch ein Stau auf der A 7 konnte die kleinen Gäste aus der Ukraine nicht lange aufhalten: Fast pünktlich kamen sie vor der Sommercamp-Gemeinschaftsschule Faldera an.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Nach dem Händewaschen gab es dann gleich eine Stärkung. In der Mensa wurde Gemüsesuppe mit vegetarischen Klößchen und rote Grütze als Dessert aufgetischt. Die Kinder in der 25-köpfigen Krebs-Patienten-Gruppe aus der Region Lwiw in der Nähe von Tschernobyl waren schließlich schon seit Donnerstagabend per Zug unterwegs gewesen, bevor es am Freitagvormittag mit dem Flieger ab Kiew weiterging bis Hamburg.

 Von der Pass-Panne stand Organisatorin Eberhardine Seelig gestern immer noch ein wenig „unter Strom“. Am Mittwoch hatte die deutsche Botschaft in Kiew Anna Momot, der 2. Vorsitzenden der Ukrainischen Kinderkrebshilfe, die Visa gestempelten Pässe für die Kinder nicht aushändigen wollen. „Sie sollte als Legitimation die Kopien der Pässe der Eltern nochmals aushändigen, aber die hatte sie bereits vorher an einer anderen Dienststelle der Botschaft abgegeben“, erklärte Seelig.

 Die hielt eine schnelle Weiterleitung aber offenbar nicht für nötig. Also schrieb Seelig am Mittwochabend in Neumünster drei „Brand-Mails“, eine an den Botschafter höchstpersönlich. Seelig: „Am Donnerstag um 8.45 Uhr kam die Antwort: Pässe können abgeholt werden.“

 Kaum hatte der Bus in der Franz-Wiemann-Straße gehupt, setzte das große Umarmen zur Begrüßung ein. Als Krankenschwester im ukrainischen Betreuungsteam ist Sascha mit dabei: Ihre Mutter hatte die kleinen Reha-Patienten jahrelang in derselben Funktion begleitet. Und weil die Babuschka daheim immer nur eines der beiden Geschwister einhüten konnte, war Sascha damals schon mit nach Neumünster gekommen, wenn Kolja bei Oma blieb. Jetzt betreut Sascha selbst die Kinder. Und steuert per Medizinstudium ihren zweiten Beruf an. Bruder Kolja kommt in 14 Tagen nachgeflogen: als Betreuer für die kleinen „Jungs.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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