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Kriminalität in Neumünster leicht angestiegen

Mehr Einbrüche, mehr Drogen Kriminalität in Neumünster leicht angestiegen

Die Gesamtkriminalität in Neumünster ist leicht gestiegen. 9254 Straftaten im Jahr 2015 bedeuten ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote erhöhte sich um drei Prozent auf 57,1 und liegt über dem Landesschnitt von 52,1 Prozent.

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Polizeidirektor Bernd Lohse und Kriminalrätin Juliane Bohrer stellten die Kriminalstatistik des Jahres 2015 für Neumünster vor.

Quelle: Florian Sötje

Neumünster. Erneut schnellte die unbereinigte Zahl an Straftaten mit 17418 Fällen, im Vorjahr waren es 13078, in die Höhe. Das teilten der Chef der Polizeidirektion Bernd Lohse und Kriminalrätin Juliane Bohrer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2015 für Neumünster mit. „Diese Zahl ist auf das Asylverfahrensgesetz zurückzuführen“, erklärte Kriminalrätin Juliane Bohrer. Demnach taucht jede illegale Einreise in der Statistik als Straftat auf. Da die Erstaufnahme des Landes für Flüchtlinge am Haart zeitweise stark überbelegt war, wäre die Neumünsteraner Direktion von dieser statistischen Verzerrung am meisten betroffen gewesen, erläuterte Bohrer. Somit nimmt auch der Ortsteil Ruthenberg die Spitzenposition bei der regionalen Verteilung ein.

 Zeitweise seien 20 Beamte in der Erstaufnahme im Einsatz gewesen, um vor allem zwischenmenschliche Probleme unter den Flüchtlingen zu klären, erklärte Polizeichef Bernd Lohse. „Mittlerweile hat sich die Situation sehr entspannt. Wir haben wieder freie Kapazitäten in der Erstaufnahme“, sagte Lohse. Das zeitweilig verstärkte Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung habe sich aus seiner Wahrnehmung heruntergefahren und sei durch objektive Daten auch nicht belegbar gewesen, erläuterte Lohse weiter.

 „Wir haben gemessen an der Bevölkerung keine besonderen Auffälligkeiten was die Kriminalität von Flüchtlingen betrifft“, stellte Kriminalrätin Bohrer klar. Polizeichef Lohse verlieh diesen Worten nochmals Nachdruck: „Wir haben eine ganz klare Linie. Wenn wir Hinweise haben, benennen wir diese auch und halten nichts zurück, sondern gehen offensiv und klar damit um.“

 Sorge bereitete dem Polizeidirektor die Häufigkeit der Einbruchsdelikte. 429 Fälle bedeuteten eine Steigerung von 22 Prozent zum Vorjahr. Mittlerweile habe sich aber auch diese Situation entspannt, sagte Lohse, der den landesweiten Rückgang auf Festnahmen organisierter albanischer und serbischer Tätergruppen zum Jahreswechsel zurückführt. Zur Bekämpfung der Einbruchs-Problematik hatte die Neumünsteraner Polizei im Verlauf des letzten Jahres ein Konzept entwickelt und einen Fahndungstrupp aufgestellt. „Trotz der nun rückläufigen Zahlen hat dieser weiter Bestand.“

 Ein wichtiger Baustein sei die Präventionsarbeit, stellte Lohse heraus. „Wir begleiten Veranstaltungen, gehen in betroffenen Gebieten von Tür zu Tür, sprechen mit den Bürgern und haben unsere Präventionsstellen“, erklärte der Polizeichef. Bei 43 Prozent der 429 aufgeführten Fällen handelte es sich um gescheiterte Einbruchsversuche. Lohse glaubt, dass hänge mit der besseren Gebäudesicherung der Bürger zusammen.

 Insgesamt erhöhte sich die Anzahl der Diebstahlsfälle um 200 auf 4272. „Bei der Aufklärung haben wir besonders durch Hinweise von Bürgern gute Ergebnisse erzielt“, meinte Bohrer. Lohse bekräftigte das: „Wir sind auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.“

 Vier versuchte Tötungs- und drei versuchte Totschlagsdelikte verzeichnete die Polizei 2015. Einen Rückgang um 21 Prozent vermeldete Bohrer bei den Raubdelikten. In die andere Richtung entwickelten sich die Fallzahlen der Rauschgiftkriminalität. 2014 waren es 376, nun 384 Fälle. Dies hänge mit einer neuen Schwerpunktsetzung zusammen, erläuterte Bohrer. Mehr Personal decke auch mehr Taten auf: „Wir hellen mehr das Dunkelfeld auf.“

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Foto: Einbrecher knacken häufig mit Hilfe eines stabilen Schraubenziehers geschlossene Fenster, um in Wohnungen und Häuser einzusteigen.

Die Kriminalitätsrate im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist 2015 erneut zurückgegangen. Die Zahlen stellten Beamte der Polizeidirektion am Freitagnachmittag in Rendsburg vor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 12,3 Prozent weniger Straftaten registriert als 2014. Es ist der niedrigste Stand seit über 30 Jahren.

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