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Gleisanschluss für Kulturlokschuppen

Neumünster Gleisanschluss für Kulturlokschuppen

Der Lokschuppen auf dem Gelände unterhalb der Max-Johannsen-Brücke in Neumünster könnte wieder einen Gleisanschluss bekommen. Möglich wird das durch den geplanten Bau eines Kombiverkehrs-Terminals.

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Das Gelände an der Max-Johannsen-Brücke steht vor einer Revitalisierung. Auf der NEG-Lok freuen sich (von links) Peter Tadsen, Holger Busche und Nico Andresen (Verein Kulturlokschuppen), Tobias Bielenberg (Rendsburger Eisenbahnfreunde), Jenny Jensen-Danielsen (Intermodal) und Ingo Dewald-Kehrer (NEG).

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Der Umschlagplatz unterhalb der Max-Johannsen-Brücke brummt. 50000 Tonnen Zement für die Firma Max Bögl werden hier verladen, 150000 Tonnen Split überwiegend für den A7-Ausbau kommen an, 50000 Tonnen Holz werden umgeschlagen. Jetzt ist ein Kombiverkehrs-Terminal geplant. Der Verein Kulturlokschuppen will mit Hilfe der Rendsburger Eisenbahnfreunde den historischen Fuhrpark präsentieren, Sonderfahrten durch Schleswig-Holstein anbieten und Kultur aufs Gelände holen.

 Doch so einfach ist das nicht. Einst hatte die Aurelis Real Estate GmbH das rund 24000 Quadratmeter große Gelände zwischen Max-Johannsen-Brücke und DB-Stellwerk von der Bahn gekauft. Mittlerweile ist es an die Straße-Schiene Umschlaggesellschaft Intermodal sowie den Verein Kulturlokschuppen vermietet. Beide befinden sich in Kaufverhandlungen. Um das 150 Jahre alte Lokschuppenareal als Gleisanlagen wieder in Betrieb zu nehmen, braucht es ein Planfeststellungsverfahren. Den Antrag stellt das Eisenbahnunternehmen NEG (Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll) für beide Partner.

 Der Lokschuppen soll wieder einen Gleis-Anschluss im Norden und Süden bekommen, eine Gleisverlängerung, Flächenbefestigungen, nächtlicher Umschlagbetrieb und Schallschutzmaßnahmen sollen umgesetzt werden. Am 2. Juni werden die Pläne im Bauausschuss der Stadt vorgestellt, im Sommer im Rathaus ausgelegt. Zehn Arbeitsplätze sollen dauerhaft geschaffen werden. Täglich soll ein Zug mit 40 Lkw ins Ruhrgebiet fahren. 5 Millionen Euro werden investiert. Wenn alles läuft, könnte im ersten Halbjahr 2017 gebaut werden.

 Nebenan gibt’s Kultur. Im Februar 2011 verließen die Rendsburger Eisenbahnfreunde das Gelände, inzwischen vermietet der Verein Kulturlokschuppen an sie. Das alles ist nicht nur zum Anschauen, irgendwann sind auch Sonderfahrten durch Schleswig-Holstein geplant. Am 4./5. Juni findet im Lokschuppen und Sozialgebäude eine große Modellbahnausstellung statt. Und Vereinsvorsitzender Holger Busche hofft, schon ab Herbst die Anlage für Besichtigungen zu öffnen, vielleicht mit einem Railway-Café. Dazu kommt das zweite Sterntaucher Kulturfestival, das Rock-, Reggae- und Elektro-Fans vom 8. bis 10. Juli aufs Lokschuppengelände zieht – und unter anderem auch Love-Parade-Erfinder Dr. Motte aus Berlin, der dort seinen Geburtstag feiern möchte.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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