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Menschen-Maus im Puschen-Kino

Kurzfilm aus Neumünster Menschen-Maus im Puschen-Kino

Berufsbildungswerk, Walther-Lehmkuhl-Schule und Gerisch Stiftung Neumünster zeigen „Wider die Natur“. Den Kurzfilm, der im neuen Kino in Gerischs ehemaliger Malschule zum internationalen Museumstag läuft, haben Auszubildende und gestaltungstechnische Assistenten geplant und gedreht.

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Werben im Grünen für die Filmpremiere am internationalen Museumstag: Maus Nora (von links), Projektleiterin Anika, Gestalter Ali und (liegend) der Blumenhaufen Selina Tabea.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Zum internationalen Museumstag am 22. Mai gibt es eine echte Premiere: Berufsbildungswerk, Walther-Lehmkuhl-Schule und Herbert Gerisch Stiftung präsentieren in deren nigelnagelneuem Kino in der ehemaligen Malschule im Souterrain den Film „Wider die Natur“.

 Alles begann damit, dass Anika Köllen, Praktikantin bei Gerisch, für ihre Ausbildung zur Erzieherin an der Elly-Heuss-Knapp-Schule als Abschlussarbeit ein größeres Projekt pädagogisch leiten sollte. Da passte es, dass die Klasse der gestaltungstechnischen Assistenten an der WLS, mit der Museumspädagoge Wilhelm Bühse seit zehn Jahren kooperiert, ebenfalls mit einem Abschlussprojekt dran war.

 Lehrerin Ines Baier gab als Thema den oft zerstörerischen Eingriff des Menschen in die Natur vor und dazu die Maßgabe: „Das soll keiner der üblichen sozialkritischen Filme werden.“ Bei der fünfköpfigen Gestalter-Gruppe um Arne und Ali, der schon erfolgreich bei dem Wettbewerb „Clips gegen Rechts“ mitgemischt hatte, begannen sofort die Köpfe zu rauchen.

 Was ist Natur? Welche Rolle spiele ich in ihr? Was ist Land-, was ist Stadtschaft? Welche Gemeinsamkeiten haben Nacht und Sonne? Wie stelle ich sie dar? Mit Schauspielern! Wo bekommen wir die her? Spätestens da kamen Selina Tabea, Andre, Nora, Kaja, Pascal und Chaline ins Spiel, die beim Berufsbildungswerk eine berufsvorbereitende Maßnahme absolvieren.

 „Wie ist das eigentlich, wenn man eine Pfütze darstellt? Oder einen Blumenhaufen?“, wollte Bühse bei der Präsentation des Films wissen. „Blumig eben“, erklärte Selina Tabea. BBW-Leiter war des Lobes voll für seine Schützlinge: „Da sind zwar zuerst Welten aufeinander geprallt, aber es ist eine tolle Zusammenarbeit geworden.“

 Hausherrin Brigitte Gerisch war vollauf begeistert. „Ich finde, das ist ein sehr poetischer Film geworden.“ So wirkt er in der Tat mit der Menschen-Maus, die das Gras erforscht, dem in der Sonne erwachenden Wald, den dezent im Wind raschelnden Blättern. Dagegen wird der knallharte Kontrast mit der Stadt im Smog gesetzt, von zart-bunten Farben zu Schwarz-Weiß gewechselt.

 Am Museumstag soll der Kurzfilm in der Gerisch-Stiftung (geöffnet von 11 bis 18 Uhr) im neuen Kino in Endlos-Schleife laufen. Wegen des empfindlichen Teppichbodens handelt es sich (noch) um ein „Puschen-Kino“, in dem um 15 Uhr die Filmemacher für Gespräche zur Verfügung stehen.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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