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Landfrauen suchen Räder für Flüchtlinge

Neumünster Landfrauen suchen Räder für Flüchtlinge

Die Landfrauen Neumünster engagieren sich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die bei Iuvo im Ulmenweg eine betreute Unterkunft gefunden haben. „Gut erhaltene Fahrräder, Schulrucksäcke oder CD-Player sind uns als Spenden willkommen“, appellierte die Vorsitzende Dorit Hartz.

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Langenscheidt-Wörterbücher, Zeigebilder und diverse Fahrräder haben Dorit Hartz (rechts) und Rosel Bührer schon im Spendenfundus des Landfrauenvereins für die jungen unbegleiteten Flüchtlinge.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Die Entscheidung für die Unterstützung der 90 jungen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten, die ohne ihre Eltern oder andere familiäre Begleitung nach Deutschland gekommen sind, fiel auf der jüngsten Vorstandssitzung. „Wir standen noch ganz unter dem Eindruck des Erdbebens in Nepal. Aber dann gab meine Stellvertreterin Hanne Tor Horst zu bedenken, dass auch hier in Neumünster viele Hilfsbedürftige und Flüchtlinge leben“, berichtete Hartz.

 Also wurde Volker Rüge als Bereichsleiter der „Iuvo gemeinnützige GmbH“ kontaktiert, der umgehend zu Gespräch und Besuch einlud. „Die unbegleiteten Jugendlichen stammen überwiegend aus Afghanistan und Syrien, einige kommen aus Afrika. Teils haben sie daheim Englisch und Französisch in der Schule gehabt. Die sind so lernwillig, dass sie von Null auf 100 durchstarten. Die schaffen hier in zwei Jahren ihren Hauptschulabschluss“, schilderte Hartz.

 Landfrau Rosel Bührer war sehr berührt und zudem schwer begeistert von einem jungen Flüchtling, der in Neumünster die Schule und auch schon eine Lehre absolviert hat. „Nach allem Schweren, was er meistern musste, steht er hier mitten im Leben. Das ist doch toll!“ Sie wird sich bei Iuvo als Bildungspatin engagieren: „Kein richtiger Sprachunterricht, aber Alltagsdeutsch und Hausaufgabenhilfe, mit meinem Schützling auch mal im Tierpark spazieren gehen und ihn mitnehmen zum Moorschnuckentag.“

 Damit die jungen Leute mobiler sind, werden noch Fahrräder gebraucht. „Die laufen jetzt nämlich Kilometer weit zur Schule, eine Karte für den Bus ist zu teuer, weil das meiste aus dem Etat für die Ernährung benötigt wird“, sagte Hartz. Der Langenscheidt-Verlag hat Wörterbücher Deutsch-Kurdisch, -Arabisch und -Persisch gespendet, dazu Zeigewörterbücher mit Bildsymbolen.

 „Fußbälle haben wir mittlerweile genug. Aber CD-Player wären auch beim Spracherwerb hilfreich. Und Schulstarter-Pakete mit Rucksack oder Federtasche sind auch nicht verkehrt“, sinniert sie.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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