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Die letzte Trompete

Mädchen-Musikzug Die letzte Trompete

Der Mädchen-Musikzug Neumünster schlägt Alarm. Dem Ensemble gehen die Posaunen, Trompeten und Waldhörner aus. Lena Wolos ist die letzte Trompeterin. Dirigent Hans-Georg Wolos hofft, dass er für Großkonzerte in Frankfurt, Erfurt und Cottbus im Februar Aushilfsmusikerinnen findet.

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Die Letzte ihrer Zunft: Lena Wolos hofft, dass sie im Trompetensatz des Mädchenmusikzugs Neumünster bald von neuen Musikerinnen Unterstützung bekommt.

Quelle: Leng

Neumünster. „Das klingt absolut mickrig“, raufte sich am Mittwoch bei der Probe Dirigent Hans-Georg Wolos verzweifelt die Haare. Die Musikerinnen traf keine Schuld. „Der Orchestersound ist deshalb so dürftig, weil wir nur noch über eine Trompeterin und eine Posaunistin als Stammspielerinnen verfügen“, nannte Wolos den Grund. Seine Tochter Lena bemüht sich redlich, an der Trompete viel Klangfülle zu erzeugen. „Ich muss jedes Solo spielen und hoffe, dass zum Trompetensatz bald neue Musikerinnen dazu stoßen“, so die 17-Jährige. Sie macht bald ihr Abitur und dann wird sie vermutlich nicht mehr so intensiv wie bisher im Mädchen-Musikzug die Stellung als einzige Stammtrompeterin halten können.

Bis vor fünf Jahren existierte noch ein Vororchester als Nachwuchsschmiede für das Hauptorchester. „Wir mussten das Vororchester leider auflösen, nachdem damals alle zwölf Nachwuchsmusikerinnen in das Hauptorchester gewechselt waren und sich keine neuen Anfänger fanden“, nennt die Geschäftsführerin des Musikzugs, Gerlinde Gullert, einen Grund für die Misere. Danach sei der Zustrom von neuen Musikerinnen beim Musikzug nur noch sehr spärlich gewesen. Um momentan überhaupt noch Konzerte geben zu können, werden ehemalige Mitspielerinnen verpflichtet, die die Lücken in den Instrumentensätzen schließen.

Werbemaßnahmen an Neumünsteraner Schulen waren bisher meist erfolglos. Wolos hat mit einigen Musikzug-Elevinnen fünfte und sechste Klassen aufgesucht und die Schulmädchen Instrumente ausprobieren lassen. „Das schien zunächst erfolgreich zu sein, denn das Interesse war groß. Doch neue Musikerinnen hat es uns nicht gebracht“, beklagt der Dirigent. Der Markt insbesondere für Trompeterinnen und Posaunistinnen sei äußerst begrenzt. Allerdings scheint auch die Paradeuniform des Ensembles mit Röckchen und roten Stiefeln so manche Musikerin abzuschrecken. „Es gab solche Fälle“, bestätigt Wolos. Überlegungen im Vorstand über eine neue Uniform seien aber bisher nicht zu Ergebnissen gekommen.

Vom 5. bis 8. Februar tritt der Mädchen-Musikzug mit Profi-Militärorchestern bei der Internationalen Musikparade in Frankfurt, Erfurt und Cottbus auf. Dringend werden dafür noch Trompeterinnen und Posaunistinnen als Aushilfen gesucht.

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