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Hier spielt die Musik

Mädchen-Musikzug Hier spielt die Musik

Ein doppeltes Jubiläum und drei Festtage: Der Mädchen-Musikzug Neumünster feiert in diesem Jahr 55-jähriges Bestehen, der Verein für Jugendmusik (rechtlicher Träger des Musikzuges und der Musikschule Neumünster) blickt auf 25 Jahre zurück.

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Bernd Müller (von links), Gerlinde Gullert, Virginie Emmerlich, Hans Georg Wolos und Stefan Back freuen sich auf die musikalischen Festtage im Juli.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster. Vom Freitag, 15., bis Sonntag, 17. Juli, wird das mit einer bunten Mischung aus Musik, Vorträgen und Ausstellungen gefeiert.

Der weiße Falten-Minirock und die knallrote Jacke sind seit jeher das Markenzeichen des Mädchenmusikzuges, der bis heute das einzige rein weibliche Blasorchester in der Bundesrepublik ist. Auf die Idee, einen solchen Musikzug in Neumünster ins Leben zu rufen, kam 1951 der damalige Stadtrat Eugen Lechner nach einem Besuch des Aarhus Pigegarde Orchesters aus Dänemark, das ebenfalls ausschließlich aus Mädchen bestand.

Der Militärmusiker Herbert Funke war der erste Dirigent des Musikzuges. Entsprechend viel Marschmusik wurde gespielt. Seitdem der heutige Dirigent Hans-Georg Wolos 1983 den Dirigentenstab von Funkes Nachfolger Wim Wehrmeijer übernahm, wurde das musikalische Repertoire breiter und moderner. „Die Mädchen dürfen über die Musikauswahl mitentscheiden“, sagt Wolos. Die Wünsche reichen von Musicals über aktuelle Chart-Hits bis hin zu klassischen Stücken.

Während das Musikspektrum größer geworden ist, schrumpfen die Mitgliederzahlen. „Damals wurden die Mädchen mit 25 Jahren rausgeworfen, das können wir uns heute nicht mehr leisten“, sagt Gerlinde Gullert, Geschäftsführerin des Mädchenmusikzugs. Von einer Spielstärke mit 45 Musikerinnen ist der Zug auf 30 Mitglieder geschrumpft, die ab einem Alter von zehn Jahren mitmachen dürfen.

Dabei bietet der Mädchen-Musikzug nicht nur eine fundierte Ausbildung mit D1-Prüfung, sondern auch allerlei Aktivitäten, wie Orchesterreisen nach Frankreich, Tunesien oder in die USA. „Man erlebt viel“, sagt Virginie Emmerlich. Die 18-jährige Boostedterin spielt seit acht Jahren Querflöte im Musikzug.

Die Lust an Musik wecken sollen auch die drei Festtage. Los geht es am Freitagabend mit einem Empfang für geladene Gäste und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wert der Musik – Früher, Heute, Morgen“.

Am Sonnabend ist von 15 bis 19 Uhr Tag der offenen Tür in der Musikschule. Dort können Groß und Klein Instrumente ausprobieren. Neben Fachvorträgen zu Themen wie musikalische Früherziehung, Musik und Gesundheit oder interkulturelles Verständnis durch Musik wird es einige Konzerte geben, unter anderem vom Chor für Krebskranke „Jetzt oder nie“.

Sonntag geht es weiter beim Frühschoppen um 11 Uhr mit dem Mädchen-Musikzug und dem Holsteinchor. Einen starken musikalischen Ausklang finden die Festtage bei der Veranstaltung „Jazz im Park“ ab 14 Uhr bis in die Abendstunden, mit der Big Band Salt Peanuts und der Piano-Gruppe Trio Elf.

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