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Cool: Bunt und laut

Mädchenmesse in Neumünster Cool: Bunt und laut

„Drunter und Drüber“ lautete das Motto der 6. Mädchenmesse für Schleswig-Holstein, die am Sonnabend im Museum „Tuch + Technik“ in Neumünster veranstaltet wurde.

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Sofia (von links), Kyiara und Kisha schauten sich auf der Mädchen-Messe in Neumünster um: Den Lego-Roboter fand das Trio spitze.

Quelle: Frank Scheer

Neumünster. 26 Gruppen unter anderem aus Kiel, Neumünster und Lübeck informierten über ihre Arbeit. Und mehr als 300 Mädchen stöberten in den Angeboten, schlossen Freundschaften oder genossen einfach einen alkoholfreien Cocktail in der Chillecke.

 Alle zwei Jahre wird diese Messe von Mädchen und jungen Frauen für Ihresgleichen organisiert. „Ihr seid bunt und laut. Das find ich cool“, so Alexandra Ehlers, Vorsitzende des veranstaltenden Landesjugendrings. Für Anette Langner, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung, war der Besuch eine Premiere. Sie lobte die „tolle Arbeit der Veranstalter“, durch die eine wichtige Vernetzung der Mädchenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen entstehe. „Mädchen und Frauen machen 50 Prozent der Bevölkerung aus. Aber noch lange nicht haben sie auch zur Hälfte das Sagen“, so Langner. Mädchenarbeit sei dabei aber ein wichtiger Baustein, um Selbstbewusstsein zu fördern und dadurch die Interessen besser durchsetzen zu können.

 In der Ausstellungshalle hatten die Mädchentreffs, Verbände und Initiativen ihre Stände aufgebaut. Badekugeln konnten sich die Mädchen beispielsweise am Tisch von KiVi (Kinder- und Jugendarbeit im Vicelinviertel Neumünster) kneten. „Drunter und drüber geht’s oft bei den jungen Mädchen zu Hause. Dann kann man doch nach einem Streit mit den Eltern ein duftendes Entspannungsbad nehmen“, erklärte Britt Karger, hauptamtliche Betreuerin, die Idee. Beim Bühnenprogramm trommelte zum Auftakt die Gruppe Freschbox, fünf Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren vom SOS-Kinderdorf Harksheide in Norderstedt, auf Cajons. Chiara sang sogar ein Solo: „Wild & Free“ von Lena Meyer-Landrut.

Das vielfältige Angebot nutzten Kisha, Kyara (beide neun Jahre alt) und die zehnjährige Sofia, die mit ihre Klasse von der Waldschule in Flensburg nach Neumünster gereist waren. Für das Trio stand natürlich nicht die Gleichstellung im Vordergrund, sie wollten sich informieren, etwas erleben und Spaß haben. Besonders fasziniert waren die Mädchen vom Lego-Roboter, der am Stand der Fachhochschule Kiel programmiert werden konnte. „Spielerisch versuchen wir, Mädchen durch solche Aktion für die Elektrotechnik zu gewinnen. Das weibliche Geschlecht ist im Studium deutlich in der Unterzahl, obwohl Mädchen das Ganze genauso gut, wenn nicht sogar besser können“, erzählt Professor Gerhard Walter.

 Beim Mädel-Trio traf die Idee ins Schwarze. „Voll spannend und modern“, meinten die Mädchen, nachdem sie im Roboterdisplay einen Smiley programmiert hatten. „Die Messe ist toll. Vor allem sind hier keine Jungs, die würden uns sonst wieder nur ärgern“, so die Bilanz der jungen Flensburgerin.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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