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Mähnenwölfe leben sich langsam ein

Zuwachs aus Polen Mähnenwölfe leben sich langsam ein

Drei Mähnenwölfe tigern seit ein paar Tagen durchs Gehege im Tierpark Neumünster. Sie sind noch etwas scheu, müssen sich eingewöhnen. Die hochbeinigen südamerikanischen Wildhunde sind am 18. November im Zoo Warschau geboren. Für Neumünster ist es der Start in die Zucht der seltenen Tiere.

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Drei Mähnenwölfe sind seit wenigen Tagen im Tierpark Neumünster. Wenn es ums Futter geht, streiten sich die Brüder schon mal...

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. 17000 freilebende Mähnenwölfe gibt es nur noch, 90 Prozent von ihnen leben in Brasilien. Sie sind als potenziell gefährdete Tierart eingestuft. Deutschlandweit halten elf zoologische Einrichtungen Mähnenwölfe – Neumünster ist mit der Teilnahme am Mähnenwolf-Zuchtbuch Nummer zwölf, und der einzige Tierpark in Norddeutschland.

 Kein Wunder, dass Verena Kaspari, Zoologische Leiterin im Tierpark, ein ganz besonderes Augenmerk auf die Neuankömmlinge hat. Um sie gut im Blick zu haben, ihr Verhalten zu beobachten und zu lernen, sie auseinander zu halten, sind sie zunächst im kleineren Eingewöhnungs-Gehege untergebracht. „Es sind spannende Tiere“, sagt sie. Mit neun Monaten sind sie noch relativ jung. Im Warschauer Zoo gab es noch einen zweiten Wurf, im Oktober beginnt die Paarungszeit. So kamen die Mähnenwölfe etwas früher als erwartet von Polen nach Schleswig-Holstein.

 Als ein Fußball und ein Karton, gefüllt mit Fressen, ins Gehege gebracht wird, streifen die Mähnenwölfe vorsichtig heran, dann wird es spannend. Es sieht aus, als ob die Brüder den Ball kicken, gemeinschaftlich wird der Karton „ausgepackt“ – und bisweilen zeigen sie sich gegenseitig schon mal die Zähne. Die Wildhunde ernähren sich größtenteils vegetarisch, zu ihrer Beute gehören nur kleinere Tiere. Früchte und Eier mögen sie sehr.

 Mit Wölfen sind sie übrigens nicht verwandt, sie gehören zu den Wildhunden. Die männlichen Tiere erkennt man an den größeren Ohren. Ihr Bellen, das fast eher nach Jaulen klingt, hört sich etwas seltsam an. Knurren können sie auch – „nach der Umsiedlung aus Warschau wollten sie zunächst gar nicht aus ihrer Kiste raus“, erzählt Verena Kaspari. Mähnenwölfe sind Passgänger, das kann etwas staksig aussehen. Nur wenige Säugetiere laufen so, Giraffen zum Beispiel.

 Bald sollen die Tiere in die große Wolfsanlage umziehen, die sie sich mit dem Ameisenbär teilen. Mit zwei Jahren werden Mähnenwölfe geschlechtsreif. Der Tierpark Neumünster wird dann zwei von den Rüden wieder abgeben, dafür ein weibliches Tier bekommen. Und die Zucht kann beginnen.

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