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Märchenbühne feiert 20000. Besucher

Wasbek Märchenbühne feiert 20000. Besucher

Überraschung für Jonna Saggau: Eigentlich war die Sechsjährige aus Schmalensee mit ihren Großeltern zur Märchenbühne nach Wasbek gekommen, um das Stück „Aladin und die Wunderlampe“ zu sehen. Aber die wurde vor die Bühne gebeten: „Du bist die 20000. Besucherin!“, erklärte Spielleiterin Meike Dohm.

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Spielleiterin Meike Dohm (links) und Irmela Kehr (rechts) überreichten Jonna Saggau aus Schmalensee ein Märchenbuch als Geschenk: Die Sechsjährige war die 20000. Besucherin.

Quelle: Beate König

Wasbek. Als 1984 engagierte Eltern in einem Kindergarten im Neumünsteraner Stadtteil Wittorf erstmals ein Theaterstück mit Puppen aufführten, hatten sie die Tragweite ihrer Idee, mit der sie eigentlich nur ihren eigenen Kindern eine Freude machen wollten, wohl nicht vorausgesehen: Seit 2005 haben die Puppenspieler im Gemeindehaus Wasbek eine feste Bühne mit Lichttechnik, Platz für Kulissen und einen Platz für den Ton- und Lichttechniker.

 Vor 32 Jahren spielten die Puppenspieler dagegen mobil. Mit einer tragbaren Bühne fuhren sie zu ihren Auftrittsorten in der Stadt. Erster fester Standort war die Awo am Goebenplatz. Dann zog die Bühne 1995 in die Slevogtstraße in das Gebäude um, in dem heute der Jugendtreff Open Heart untergebracht ist. 2005 nahm die Gemeinde Wasbek das Ensemble auf. Ein Verein wurde gegründet, um versichert zu sein. „Wir mussten das Ganze auf sichere Füße stellen“, sagt Meike Dohm, die 2011 die Spielleitung von Günter Ebert übernahm.

 18 Spieler hatte die Bühne, auf der handgeschnitzte Puppen aus Hohenstein zu sehen sind, in ihren besten Zeiten. Inzwischen stehen nur noch zwölf Spieler und Techniker hinter der Bühne, um Märchen wie „Kalif Storch“ oder den „Gestifelten Kater“ aufzuführen. „Wir brauchen dringend Nachwuchs!“, wirbt Meike Dohm. Für die Sprecher und Führer der Puppen ist Spaß am Spiel ist die einzige Voraussetzung. Es werden aber auch Techniker gebraucht und Kreative, die zum Stück passende Kleider für die Puppen schneidern und die Bühnenbilder ausstatten.

 Das Besondere am Repertoire: „Die Texte werden für die Sprecher maßgeschneidert“, erklärt Vereinsvorsitzende Irmela Kehr. Altertümliche Wendungen in der Märchensprache wie „Ich gewähre dir eine Huld“ würden dabei nicht glatt gebügelt, sondern einfach im Dialog erklärt. „Was meinst Du damit?“, fragt der Angesprochene im Stück. „Ich tue dir einen Gefallen.“ Das macht die Magie der Stücke aus, die inzwischen nicht nur Kinder, sondern auch immer mehr Erwachsene nach Wasbek locken. „Viele Zuschauer kommen ohne Kinder“, hat das Ensemble festgestellt.

 Rechtzeitig Karten besorgen, heißt es seit Jahren für die Gäste: „2016 waren unsere Vorstellungen, wir spielen immer zweimal am Sonnabend, häufig ausverkauft. Wir mussten Zuschauer wegschicken“, bedauert Irmela Kehr. Es gibt nur 100 Plätze.

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