19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Ungewöhnlich große Kolonie

Mauersegler in Neumünster Ungewöhnlich große Kolonie

Offensichtlich fehlte es an geeigneten Nistgelegenheiten. Deshalb war der Bestand von Mauerseglern in Neumünster zurückgegangen. Doch das hat sich geändert. Eine ungewöhnlich große Kolonie hat sich im Bereich Brachenfelder/Ringstraße angesiedelt, wie die von der Stadt beauftragte Biologin Natascha Gaedecke herausfand.

Voriger Artikel
Erste Aufträge sind erteilt
Nächster Artikel
Poseidon und Nixe wieder fit

Die Quartiere für Mauersegler sind in der Ringstraße an drei Mehrfamilienhäusern angebracht worden.

Quelle: Natascha Gaedecke

Neumünster. Als 2006 umfangreiche Fassadenarbeiten an drei Mehrfamilienhäusern anstanden, ergriff die Abteilung Natur und Umwelt der Stadt und die Nabu-Gruppe Neumünster die Chance für eine Artenschutzmaßnahme. Die Hauseigentümer Regina und Peter Gielow erklärten sich bereit, den Mauerseglern zu helfen. Insgesamt 54 Nisthilfen wurden angebracht, daran beteiligt hatten sich das Sanierungs-Unternehmen Marmoroc (zehn Holzbetonkästen gesponsert), das Ehepaar Gielow (7), der lokale Förderverein NUN (5) und der Nabu Neumünster (32). Wie der Nabu erklärt, führe die Sanierung von Fassaden sonst in vielen Fällen zum Verlust der Brutmöglichkeiten, denn Mauersegler brüten in Nischen oder Spalten an Gebäuden.

 Im Rahmen einer Zählung des Mauersegler-Bestandes in zwei Teilbereichen des Stadtgebietes ermittelte Natascha Gaedecke, dass die Hilfsmaßnahme Erfolg hatte. Während in den ersten Jahren nach dem Anbau der Holzbetonkästen nur einige wenige Paare diese zur Brut nutzten, sind aktuell 52 der 54 Kästen besetzt. Das entspreche rund einem Zehntel des gesamten bekannten Brutbestandes in Neumünster. 2011 waren von der Biologin 476 Brutpaare gezählt worden.

 Die starke Zunahme im Bereich Ringstraße könne sich, so Natascha Gaedecke, durch eine Zuwanderung aus anderen Bereichen der Stadt erklären. Es fänden sich aber auch Zeichen für einen Anstieg der Zahl der Brutpaare in Neumünster, was sich aber nur durch eine erneute Bestandserfassung im gesamten Stadtgebiet belegen ließe. Nach Einschätzung der Biologin handelt es sich für ganz Schleswig-Holstein um eine ungewöhnlich große Kolonie. Bis Mauersegler künstliche Nisthilfen annehmen, vergingen oft einige Jahre.

 In Neumünster bleiben die Mauersegler jetzt aber nur noch kurze Zeit. In den nächsten Tagen starten die Langstreckenzieher laut Nabu bereits mit ihrem Flug in die Winterquartiere südlich des Äquators. Mauersegler sehen zwar aus wie Schwalben, sind mit denen jedoch nicht verwandt. Und der Nabu weist darauf hin, dass Mauersegler im Gegensatz zu anderen Gebäudebrütern sehr reinliche Tiere seien, sodass selbst bei großen Kolonien keine Probleme durch Verschmutzung der Fassaden bestehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Neumünster Events

Veranstaltungen in
Neumünster. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3