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Mit jeder Menge Technik zum Tuch

Schüler besuchten Textilmuseum Mit jeder Menge Technik zum Tuch

Ohne Technik läuft gar nichts. Wie viel Technik schon Anfang des 19. Jahrhunderts dazu gehörte, ein Stück Stoff herzustellen, lernten 21 Schüler im Rahmen des Aktionstages, der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Kiel organisiert wird.

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Alexander (Mitte) und Amelie probierten unter Anleitung von Museums-Mitarbeiter Philipp Einfeldt (links) den Nachbau eines Webstuhls aus dem Jahr 1759 aus.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Als Klaus Jodehl, Haustechniker im Museum Tuch + Technik, den Schützenwebstuhl aus dem Jahr 1926 in Betrieb nimmt, wird es laut. Mit 60 Stundenkilometern sausen die sogenannten Schützen mit dem Garn durch die Kettfäden, 80-mal in der Minute. Die Schüler der Klasse 9a der Gemeinschaftsschule Einfeld sehen genau zu.

 Mit dem Aktionstag sollen Jugendliche für die Technik begeistert werden. Und das ist auch im Museum Tuch+Technik möglich. „Wir beteiligen uns an dem bundesweiten Aktionstag schon seit einigen Jahren“, erklärte Museumspädagogin Karin Ruhmöller. Die stetige Weiterentwicklung der Maschinen beeindruckte am Donnerstag – vor allem die Jungen. „Sucht Euch einen Beruf mit Technik“, warb Peter Hartz vom VDI. „Das wird nie langweilig!“

 Angefangen beim simplen Webstuhl erklärte Museums-Mitarbeiter Philipp Einfeldt das Prinzip des Webens: Die Kette (Längsfäden) wird mit den Schussfäden (Querfäden) verwebt. In der Bronzezeit gab es die ersten Geräte mit Gewichten, die das mühsame Einfädeln erleichterten. Zugweberei, Schafttechnik, Zampelwebstuhl – die Entwicklung ging weiter. 1805 erfand Joseph-Marie Jacquard eine Webmaschine, die mit Lochkarten gesteuert wurde. „Das sind praktisch die Vorreiter von Computern“, sagte Einfeldt. Ein gestanztes Loch bedeutete, dass der Kettfaden gehoben wird. Kein Loch hieß „Kettfaden runter“. Filigrane Muster wurden mit dem Jacquardwebstuhl möglich.

 Vor dem Weben sind aber Notizen, Tabellen und Musterbücher nötig, um die Muster auszuarbeiten. „Ein Weber webt nicht einfach drauf los“, so Einfeldt. Für Lochkarten und Programmierungen wird viel Vorarbeit geleistet.

 Haustechniker Klaus Jodehl, gelernter Textilmechaniker, warf schließlich einen Schützenwebstuhl an. „Wie wird der angetrieben?“, wollte Alexander wissen. Jodehl erläuterte Elektromotor und Kupplung. Per Pappkarte wird auch hier das Muster gesteuert. Nächstes Modell: ein Greiferwebstuhl. Dass Maschinenbauingenieure immer noch gefragt sind, die Webmaschinen weiterzuentwickeln, beeindruckte die Schüler.

 Was die Berufswahl angeht, haben viele Schüler noch keine genauen Vorstellungen. „Im März steht erst das Praktikum an“, erläuterte Klassenlehrerin Melanie Ziemann. Der Tag der Technik hat einigen neue Ideen gebracht. Vielleicht auch bei der abschließenden praktischen Übung am Handwebstuhl – natürlich nicht ohne vorher über ein Muster nachgedacht zu haben.

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