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Abfallgebühren sollen ab 2017 sinken

Müll in Neumünster Abfallgebühren sollen ab 2017 sinken

Gute Neuigkeiten von der Müll-Front in Neumünster: Die Abfallgebühren werden ab 2017 sinken. Außerdem gibt es neben 120-Liter-Tonnen auch halb so große 60-Liter-Tonnen. Die Abfallbehandlungskosten seien weniger gestiegen wie angenommen, begründet das TBZ den Schritt.

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TBZ-Chef Ingo Kühl (links) und Neumünsters Stadtsprecher Stephan Beitz stellten bereits im April 2016 die Grundlagen für die Diskussion über die Einführung eines neuen Gebührenmodells bei der Abfallentsorgung vor.

Quelle: Sabine Nitschke/Archiv

Neumünster. Die Abfallgebühren werden in Neumünster ab Januar sinken, wenn sich der Rat am Dienstag dem einstimmigen Votum des Finanzausschusses anschließt. Die graue 120-Liter-Tonne mit Zwei-Wochen-Leerung zum Beispiel wird im Stadtgebiet außerhalb des Rings dann nur noch 153 statt bisher 160 Euro kosten. Und 60-Liter-Tonnen kommen auch.

„Die Abfallbehandlungskosten sind nicht so stark gestiegen wie prognostiziert. Wir können dem Bürger also etwas zurückgeben“, sagte Ingo Kühl vom Technischen Betriebszentrum (TBZ). Aufgelaufen ist bis Jahresende ein Überschuss in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Das stimmte den SPD-Ratsherrn Andreas Kluckhuhn nicht unbedingt fröhlich, denn die Müllabfuhr darf eigentlich nur kostendeckend arbeiten. Aber Ausschussvorsitzender Hauke Hahn wies darauf hin, dass Prognosen in Drei-Jahres-Einheiten eben schlecht auf den Euro genau zu machen seien.

Neu sind die 60-Liter-Tonnen sowohl für Restmüll als auch für Bio-Abfall, die zwar die normale Größe haben, aber nur bis zur einer bestimmten Markierung befüllt werden dürfen. In besagtem Gebiet außerhalb des Rings und ohne die Böcklersiedlung, in dem die Einfamilienhaus-Bebauung überwiegt, werden 60 Liter „grau“ alle vier Wochen geleert, dann 56 und bei 14-tägiger Leerung 47 Euro kosten. Wer über die Markierung hinaus befüllt, kann den Müllwerkern mit einer aufgeklebten Banderole (Preis für „grau“ 3,30 Euro, für „grün“ 2,70 Euro) signalisieren, dass er seinen Zusatz-Obolus entrichtet hat.

Noch ein Preis-Beispiel: In besagtem Gebiet zahlt ein Haushalt, der sich für eine 120-Liter-Biotonne und eine 120-Liter-Restmülltonne bei zweiwöchentlicher Leerung entschlossen hat, ab 2017 nur noch 231 statt bisher 251 Euro. Neu angedacht ist in Absprache mit dem Haus- und Grundeigentümerverein auch eine sogenannte Duo-Gebühr für bestimmte Kombinationen von „grau“ und „grün“. Kühl: „Diese Kalkulationen werden davon abhängen, wie die 60-Liter-Behältnisse akzeptiert werden. Dafür müssen wir noch Reklame machen. Dieses Modell soll auch erst ab 2018 greifen.“

Teurer werden sollen nur die Pkw-Kofferraum-Ladungen für Restabfall und privaten Baumischabfall (9 statt 8 Euro) und unbelasteten mineralischen Bauschutt. Auch in puncto Sperrmüll haben die Neumünsteraner Glück: Es bleibt bei einer gebührenfreien Abholung pro Halbjahr; angedacht ist allerdings eine Begrenzung auf etwa 20 Teile. Wer den Sperrmüll häufiger anfordert und die Anzahl überschreitet, soll mit 40 Euro zur Kasse gebeten werden.

Die Beschränkung soll dazu führen, dass den TBZ-Müllwerkern keine ganze Haushaltsauflösungen mehr zugemutet werden sollen. „Irgendeine Grenze müssen wir da einziehen“, begründete Kühl realistisch.

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