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Auf der Suche nach Schürzen

Neumünster Auf der Suche nach Schürzen

Astrid Frevert und Karin Ruhmöller vom Museum Tuch und Technik in Neumünster sind Schürzenjägerinnen. Die beiden Frauen suchen Schürzen mit einer ganz persönlichen Geschichte von Neumünsteranern als Leihgabe für die Ausstellung „Angebandelt – Ein Date mit der Schürze“, die im Oktober gezeigt werden soll.

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Museumsdirektorin Astrid Frevert (von links), Schürzenleihgeberin Rita Peglow und Museumspädagogin Karin Ruhmöller freuen sich auf die Schürzenausstellung im Oktober.

Quelle: Gunda Meyer

Neumünster. Kochschürze, Kittelschürze, Putzschürze – das sind wohl die gängigsten Schürzenmodelle, die einem spontan einfallen. „Die Bandbreite ist aber noch viel größer, Schürzen waren damals Teil aller Lebensbereiche“, weiß Museumsdirektorin Frevert. Für die Ausstellung werden daher neben diesen Modellen vor allem Arbeitsschürzen von Goldschmieden, Bäckern, Krankenhausmitarbeitern oder auch Gärtnern gesucht. Auch Männerschürzen, Kinderschürzen oder Puppen- und Teddyschürzen werden genommen. „Wichtig ist, dass die Schürze eine Geschichte hat, die die Besitzer mit ihr verbinden“, sagt Museumspädagogin Ruhmöller.

 Sogar ein paar mehr Geschichten verbindet die Neumünsteranerin Rita Peglow mit ihrer weißen, mit Stickereien durchsetzten Schürze: „Sie ist über 60 Jahre alt und gehörte meiner Mutter. Immer wenn wir Gäste hatten, trug sie diese“, berichtet die 76-Jährige. Kurz vor dem Tod der Mutter wollten sie gemeinsam eine Nähmaschine kaufen. „Dazu kam es nicht mehr, meine Mutter starb vorher. Aber ich habe mir die Maschine trotzdem gekauft und als ersten Versuch in die Schürze meinen Namen eingenäht“. Später diente die Schürze dann Rita Peglows Hauswirtschaftsschülern, um damit das richtige Bügeln zu lernen.

 Entstanden ist die Idee für eine solche Ausstellung durch Schürzensammlerin Ute Dwinger aus Schmalfeld. „Sie sprach uns an, ob wir zu dem Thema nicht einmal was im Museum zeigen wollen“, erinnert sich Ruhmöller. Im Gespräch mit Kulturwissenschaftlerin Esther Gajek aus Regensburg entstand dann die Idee, eine Schau von Studierenden konzipieren zu lassen und sie dann als Wanderausstellung auf Tour zu schicken.

 Vom 28. Oktober bis 5. Februar soll die Ausstellung, die auch bayrische Schürzen und Fotogeschichten zeigt, ins Tuch und Technik kommen. „Mit den Schürzen von Neumünsteranern wollen wir das Ganze um einen lokalen Aspekt erweitern“, so Astrid Frevert.

 Wer für diesen Zeitraum eine Schürze oder ein Foto von einer Schürze in der Tragesituation zur Verfügung stellen möchte, kann bis zum 1. September direkt beim Museum vorbeischauen oder sich melden unter Telefon: 04321/559580.

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