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Zeit für Nachdenklichkeit, Tiet to leven

Neues Stück der NBN Zeit für Nachdenklichkeit, Tiet to leven

Es ist eines der leiseren Stücke, eines das nachdenklich macht. Für „Tiet to leven“ (Zeit zu leben) hat Autor Michael Wempner tief in die Kiste mit Problemen gegriffen: Demenz, Organspende, Familienzwist, Tod. Die Niederdeutsche Bühne beweist aber Einfühlsamkeit. Und zeigt ausgesprochen gute Unterhaltung.

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Gerangel auf der Bühne (von links): Zwischen Anna Bergkamp (Birgit Müller), Phillip Bergkamp (Ulli Thode) und Martin Mertens (Michael Schmidt) sowie Verena Bergkamp (Jana Brehmer) kommt es zum Streit.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Opa Hinrich (äußerst liebenswert: Klaus Reumann) in seinem grauen Bademantel schlurft durchs Wohnzimmer, möchte Abendessen zum Frühstück. Wenn er draußen spazieren geht, findet er nicht zurück. Er vergisst, wo er wohnt. Nämlich bei seiner Schwiegertochter Anna Bergkamp (souverän und glaubwürdig gespielt von Birgit Müller) und deren Tochter Verena. Hinrich ist dement und braucht viel Aufmerksamkeit und Hilfe. Anna, seit einem Jahr Witwe, bemüht sich, hat aber auch noch die Firma an den Hacken, um deren Belange sie sich gemeinsam mit Schwager Phillip (beeindruckend aufbrausend: Ulli Thode) kümmert.

Neumünster . Es ist eines der leiseren Stücke, eines das nachdenklich macht. Für „Tiet to leven“ (Zeit zu leben) hat Autor Michael Wempner tief in die Kiste mit Problemen gegriffen: Demenz, Organspende, Familienzwist, Tod. Die Niederdeutsche Bühne beweist aber Einfühlsamkeit. Und zeigt ausgesprochen gute Unterhaltung.

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 Es ist dieser Phillip, der eines Tages vor dem Haus einen Mann anfährt. Nichts Schlimmes, aber er bringt Martin Mehrens (absolut überzeugend: Michael Schmidt), dessen Knie blutet, ins Wohnzimmer. Zufall? „De Tofall wörr seggen: Mi gifft dat blots so lange, bet dat Schicksal mi nich mehr bruukt“, sagt Mehrens. Anna findet ihn sympathisch und stellt ihn als Hausverwalter ein. Endlich jemand, der hilft. Er kümmert sich fortan rührend um Opa Hinrich. Gewinnt aber auch immer mehr das Herz von Anna.

 Herz? Da liegt sein Problem. Er mag davon nicht reden, ist unsicher, bedrückt. Martin lebt mit einem Spenderherz. Nicht nur, dass Anna Organspende nicht mag (schließlich ist ihrem Mann nach dem Motorradunfall das Herz entnommen worden), es ist viel schlimmer. Der Zuschauer ahnt es sehr schnell, spätestens aber als Martin zum Foto auf dem Kaminsims sagt: „Ik dank di, min Frünn!“ Nebenbei bemerkt: Erstaunlich, wie sehr der verstorbene Gatte doch dem „Sexiest Man Alive“-Adam Levine gleicht...

 Was folgt ist ein Plädoyer für eine zweite Chance, für einen Neuanfang im Leben. Wenn es zu ernst wird, schlurft Opa Hinrich herein und sorgt für Lacher im Publikum. Tochter Verena (schwungvoll dargestellt von Jana Brehmer) mag ihr Studium nicht, dafür aber einen älteren Mann. Sie sorgt für Frische auf der Bühne. Und gemeinsam machen alle deutlich, wie wichtig Familie ist.

 Eine Ohrfeige, ein Handgemenge, aber auch Berührungen, Blicke, Umarmungen: „Tiet to leven“ geht zu Herzen. Nicht umsonst hat Autor Michael Wempner, Ehrengast bei der Premiere Ehrengast, für das Stück den Konrad-Hansen-Preis bekommen. „Wir lieben dieses Stück“, sagte Regisseur Manfred Kaack. Das Publikum auch. Obwohl der Ausgang offen ist.

 Weitere Termine: Die Niederdeutsche Bühne Neumünster (NBN) zeigt „Tiet to leven“ am 15., 16., 17. und 20. Februar (jeweils 20 Uhr) im NBN Studio an der Klosterstraße, dazu am 18. und 19. Februar im Theater in der Stadthalle, ebenfalls 20 Uhr. Bereits um 16 Uhr startet die Vorstellung am 21. Februar in der Klosterstraße. Karten gibt es im Konzertbüro Auch & Kneidl auf dem Großflecken, Restkarten an der Abendkasse.

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