16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Anlieger gegen neuen Abwasserkanal

Sanierung Frankenstraße Anlieger gegen neuen Abwasserkanal

Verzicht auf den neuen Regenwasserkanal, auf geplante Poller und Schutzmaßnahmen gegen Baufahrzeuge für den zweiten Ausbauabschnitt – diese Forderungen will der Stadtteilbeirat Ruthenberg im Bau- und Planungsausschuss für den Ausbau der Frankenstraße im ersten Teilstück geltend machen.

Voriger Artikel
Bankraub geht in die Hose
Nächster Artikel
7735 Zuhörer in einem Jahr

Fachdienstleiter Ralf Schnittker hatte keinen ganz leichten Stand angesichts der aufgebrachten Anlieger aus der Frankenstraße.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Gefällt mir. Können ruhig noch mehr werden“, kommentierte Andreas Gärtner, der per Internet-Initiative die gesetzlich festgelegten Anliegerbeiträge komplett kippen will, angesichts des mit rund 80 aufgebrachten Ruthenbergern gut besetzten Saales in der Gemeinschaftsschule Brachenfeld. Christoph Krüger vom beauftragten Wasser- und Verkehrs-Kontor stellte zu Beginn die Ausbauplanung für das Teilstück zwischen Boostedter und Störstraße vor, das durch Risse, Absackungen und Wurzelverdrückungen gehandicapt ist.

 „Wir haben hier einen unzureichenden Untergrund mit Sand statt Kies und Schotter; die Asphaltschicht beträgt nur vier bis sieben statt der mittlerweile vorgeschriebenen 14 Zentimeter“, erklärte der Diplom-Ingenieur. Weniger die geplante Verengung der Fahrbahn von sechs auf 5,50 Meter stieß auf heftigen Protest, sondern die nur in Teilbereichen mögliche Trennung des bisherigen Mischwasserkanals in Schmutz- und neu zu bauenden Regenwasserkanal. „Das ist doch ein Witz!“, lautete der Kommentar aus dem Auditorium. Stadtteilvorsteher Uwe Holtz sah absolut keine Notwendigkeit für den neuen Kanal; dieser Ansicht konnte sich Krüger anschließen, während Fachdienstleiter Ralf Schnittker mit dem Wasserhaushaltsgesetz argumentierte.

 „Das begreift kein Mensch, dass in der Mitte der alte Kanal bleiben und an den Seiten Regenkanal neu gebaut werden soll“, echauffierte sich unter Applaus CDU-Beiratsmitglied Gerd Kühl. Holtz trumpfte auf: „Der Kuhberg und andere Straßen in Neumünster haben auch einen Mischwasserkanal! Und ohne den neuen Kanal wird die Maßnahme um 100000 Euro preiswerter und nur noch 600000 Euro kosten.“

 Der Kostenfaktor war die Hauptursache für den geharnischten Protest. „Wir wollen keine neue Straße, wir wollen nicht bezahlen!“, brachte eine Anliegerin die Sache auf den Punkt. Die Rechnung, die Gärtner mit Anliegerkosten von jeweils 8000 bis 12000 Euro aufgemacht hatte, konnte Schnittker nicht teilen. Schließlich würden für die Sanierung alle „Franken“-Anlieger zur Kasse gebeten. „Die Stadt mit erheblichem Flächenbesitz auf dem alten Kasernen-Gelände wird den Hauptanteil tragen.“ Laut Schätzung der Bauverwaltung müssen Hausbesitzer mit Kosten von geschätzten 4 Euro pro Grundstücksquadratmeter rechnen. Schnittkers Rechnung: „Das wären für die nördliche Seite etwa 1500, für die südliche Seite 3000 Euro pro Grundstück bei normaler Bebauung.“

 Und das auch nur dann, wenn es bei der bisherigen Einordnung der Frankenstraße als Anliegerstraße mit 85-prozentiger Kostenbeteiligung bliebe. Das Straßenverzeichnis für die Neukategorisierung ordnet „Franken“ als Haupterschließungsstraße ein – mit nur noch 55-prozentiger Beteiligung. Für diese Straßenkategorisierung hat die CDU-Fraktion aber „noch Fragen zu klären“, wie Kühl ankündigte. „Dann wird das Ganze im Fachausschuss womöglich noch einmal vertagt“, mutmaßte Holtz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3