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Platz für mehr Urnen im Apostelgarten

Auf dem Südfriedhof Platz für mehr Urnen im Apostelgarten

Es tut sich etwas auf Neumünsters Südfriedhof an der Plöner Straße. Mit dem Apostelgarten entsteht ein neues Themengrabfeld für Urnenbestattungen. Und hinter dem Gezeiten-Café wird gerade ein Waldstück darauf vorberietet, dass dort „Friedwald“-Bestattungen erfolgen können.

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Jens Petersen (links) und Marijan Forcic legen das neue Themengrabfeld Apostelgarten an.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Der Friedwald wird oft als lichtdurchfluteter Frühlingswald dargestellt. Aber wenn ältere Menschen mit dem Rollator bei Schnee oder über matschige Wege unterwegs sind, sieht das ganz anders aus“, sagt Peter Lang, Verwaltungschef der kirchlichen Friedhöfe. „Wir bieten auch für den Wald den kompletten Service mit Wegenetz, Wasser, Müllbehältern und Sanitäranlagen.“

 Nur wenige hundert Meter entfernt sind Jens Petersen und Marijan Forcic mit der Anlage des neuen Apostelgartens beschäftigt. Er komplettiert die Themenfelder für Urnenbestattungen, die mit der Lutherrose begannen. Es folgten Schmetterlings-, Ichthys- und Dorotheengarten mit dem überdimensionalen Blumenkorb, der Himmelsgarten und zuletzt das Feld „Glaube, Liebe, Hoffnung“.

 Das ist im Mai 2015 fertig geworden. Sowohl den Grundriss der Anlage mit ihren versetzten Pflanzebenen als auch die stählernen Halterungen der Grabplatten prägen die Symbole Herz, Kreuz und Anker. Von den 270 Plätzen sind gerade noch 50 zu haben. Der Trend zur Reservierung eines Platzes auf einem Urnenfeld ist ebenso ungebrochen wie der Trend zur Urnenbestattung selbst.

 „In den 70er Jahren hatten wir 1000 bis 1200 Bestattungen im Jahr, davon einen Urnenanteil von acht Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 850 Bestattungen, davon 78,5 Prozent als Urnen“, rechnet Lang vor. Auf den 52 Hektarn Fläche, die Nord- und Südfriedhof an der Plöner Straße, dazu die Friedhöfe Einfeld und Gadeland ausmachen, werden immer mehr Bestattungsfelder an den Kirchengemeindeverband zurückgegeben.

 „Das sind dann kleinere Flächen von nur wenigen Grabfeldern, die wir eingrünen und deren Pflege ein Vielfaches der Zeit für die großen Grünflächen erfordert. Das häufige Kehren der Rasenmäher bedeutet auch eine deutliche Mehrbelastung der Maschinen“, schildert Lang.

 Dass der Wunsch des Verstorbenen nach einer anonymen Bestattung die Hinterbliebenen oft hilflos macht, weil sie ihren Blumengruß an einen ganz konkreten Platz stellen möchten, hat Lang oft erfahren. „Aber die Totenruhe ist laut Gesetz unantastbar. Daran können wir nur etwas ändern, wenn für die Beisetzung des Partners des verstorbenen Menschen eine Familienzusammenführung gewünscht wird.“

 Mit dem Urnenfeld Anonym II wurde, ähnlich wie bei der Lutherrose, ein Mittelweg gefunden: Die Urnen ruhen irgendwo unter dem grünen Rasen, aber metallene „Schlüssel“ mit Gravur in einer dezent gestalteten stählernen Stellage tragen die Namen. Auf eindringlichen Wunsch allerdings auch nur ein „bekannt bei Gott“.

 Dass nicht zuletzt Zuwanderer aus Osteuropa für eine leicht verspielte Gestaltung des Grabschmucks gesorgt haben und es seit Mitte der 1990er Jahre in Gadeland ein muslimisches Grabfeld gibt, ist für Lang völlig in Ordnung. „Integration in die Gesellschaft findet nicht nur zu Lebzeiten statt.“

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