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Behinderten-WC bleiben Thema

Einfelder See Behinderten-WC bleiben Thema

Die behindertengerechte Ausstattung der drei öffentlichen Toilettenanlagen am Einfelder See bleibt in der Diskussion: Die Kostenkalkulation eines Architekten in Höhe von 210000 Euro erschien dem Bauausschuss zu hoch. Jetzt soll die Bauverwaltung „baldmöglichst eine funktionsgerechte Lösung“ finden.

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Sven Radestock hatte im Sommer das Depotraum-Fenster der mittleren WC-Station am See vermessen. Hier könnte ein Türdurchbruch für behindertengerechten Zugang sorgen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Ich habe mich erkundigt und heraus bekommen: Das kann man auch für 142000 Euro umsetzen“, erklärte CDU-Ratsfrau Helga Bühse. SPD-Ratsmitglied Franka Dannheiser, beruflich in der Baubranche tätig, hatte selbst gerechnet und war zu demselben Ergebnis gekommen. „Meine Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen“, konterte Architekt Ludger Hüttenmüller.

 Der ist seit 2011 mit derartigen Aufgaben an der Ostseeküste betraut. „Der behindertengerechte Ausbau einer solchen Anlage mit Damen- und Herren-WC in Dahme wird sogar 108000 Euro kosten.“ Bei den Anlagen in Einfeld, die aus den 60-er Jahren stammen, herrsche ein enormer Instandhaltungsstau. „Sie können gern 142000 Euro als Kostenrahmen beschließen, aber damit kommen Sie nicht aus“, prophezeite er. Und gab klipp und klar zu verstehen: Abriss und Neubau würde denselben Kostenfaktor ausmachen wie Sanierung. Neumünsters Behindertenbeauftragter Hartmut Florin legte nach: „Auf den Reparaturstau entfallen allein 70 Prozent der Kosten; die barrierefreien Toiletten machen nur 30 Prozent aus.“

 „Lassen Sie und zunächst einen Standort sanieren“, versuchte Fachdienstleiter Ralf Schnittker aus der Bauverwaltung einen Vorschlag zur Güte. Der fand durchaus den Beifall von Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock: „Der Spatz auf dem Klo ist mir lieber als die Taube auf dem Dach.“ OB Olaf Tauras gab zu bedenken: „Die Mittel dafür müssten außerplanmäßig in den Haushalt eingestellt werden.“ Helga Bühse wiederholte ihren Finanzierungsvorschlag: „Die Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstücks am Seekamp.“

 Letztlich setzte sich der Vorschlag von Thomas Michaels (CDU) durch: Die Verwaltung möge besagte „funktionsgerechte Lösung“ finden. Und in der Vorlage zur nächsten Sitzung auch gleich „die Standards“ von Sanierung/Neubau „transparent machen“.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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